Cannabis-Freigabe

Kiffen ab 18 - ein Widerspruch

Immer früher greifen Jugendliche zum Joint. Doch der Senat will Cannabis nun für Erwachsene freigeben. Gilbert Schomaker hält das für gefährlich.

Die Zahlen einer Studie erschrecken – wieder einmal: 34,6 Prozent der zwölf- bis 18-jährigen Berliner haben Cannabis schon probiert. Im Durchschnitt 14,6 Jahre alt sind die Jugendlichen, wenn sie das erste Mal einen Joint rauchen. Das ist deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Dabei warnen Drogenexperten seit Langem, dass gerade der Konsum in jungen Jahren verheerende Folgen haben kann. Da sich in diesem Alter das Gehirn noch deutlich schneller entwickelt und das Kiffen schädlichere Auswirkungen hat. Von allen Bundesländern darf man übrigens in Berlin das meiste Cannabis zum Konsum ohne weitergehende Strafen mit sich führen. Erlaubt zum Eigenbedarf sind 15 Gramm.

Nichtsdestotrotz gibt es eine große politische Bewegung, Cannabis freizugeben: Immer mehr Politiker von Grünen, Linken und Teilen der SPD fordern den legalen Verkauf. Dabei zeigt die Zahl der Erstkonsumenten doch, wie weit verbreitet die Droge schon jetzt ist. Völlig unterschätzt wird auch, dass viele Konsumenten von morgens bis abends kiffen. Wer dagegen schon beim Frühstück eine Flasche Bier aufmacht, gilt – zu Recht – als alkoholkrank.

Immer mehr Politiker fordern legalen Verkauf

Und der Prozess der Legalisierung von Drogen soll nun in Berlin vorangetrieben werden: Im September will der Senat den Antrag für ein Projekt stellen. Eine ausgewählte Zahl Erwachsener soll legal mit Cannabis versorgt werden. Vom Staat. Damit soll der Schwarzmarkt trockengelegt werden. 18-Jährige dürfen also kiffen – mit Hilfe des Senats. Während laut der am Donnerstag vorgestellten Studie 17-jährige und jüngere Berliner als gefährdet gelten.

Diesen Widerspruch kann man nicht erklären. Man kann nur hoffen, dass das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte bei seiner harten Linie bleibt und den Modellversuch stoppt. Noch sind die Kosten für das Projekt offen. Aber sie wären besser angelegt in der Prävention.