Anti-Terror-Maßnahmen

Sicherheitskonzept für Breitscheidplatz dauert zu lange

Carolin Brühl lobt das neue Sicherheitskonzept, fragt sich aber, warum es so lange dauert.

06.07.2019 Berlin: Sicherheitssperren am Berliner Breitscheidplatz / Foto: Reto Klar

06.07.2019 Berlin: Sicherheitssperren am Berliner Breitscheidplatz / Foto: Reto Klar

Foto: Reto Klar / Reto Klar / Funke Foto Services

Leicht ist es nicht, Lösungen für dauerhafte Sicherheitsmaßnahmen auf dem Breitscheidplatz zu finden, die allen gefallen. Der Platz ist wegen seiner besonderen Geschichte so sensibel zu behandeln wie kein anderer sonst in Berlin. Kritiker der aktuellen Sicherheitsmaßnahmen fordern einen Abbau und argumentieren, auch auf anderen Plätzen könnten Anschläge verübt werden. Auf dem Breitscheidplatz ist es aber passiert. Zwölf Menschen sind am 19. Dezember 2016 gestorben, 55 wurden zum Teil schwer verletzt. Bilder, die in der kollektiven Erinnerung bleiben und untrennbar mit dem Platz verbunden sind. Kein Politiker, egal welcher Couleur, möchte es sich vorwerfen lassen, nicht alles getan zu haben, um eine weitere solch grauenhafte Tat zu verhindern. Das kann man verstehen.

Die Senatsinnenverwaltung hat jetzt ein Konzept erarbeitet und diskutiert, wie das Areal dauerhaft gegen sogenannte Überfahrtaten gesichert werden soll. „So viel Sicherheit wie nötig, so wenig Einschränkungen wie möglich“ steht darin. Ein stählerner Schriftzug auf einem Betonsockel „Berlin“ ist an der Stelle vorgesehen, an der der islamistische Attentäter seinerzeit den Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt lenkte, Mittelstreifen auf Budapester und Tauentzien sollen angehoben und miteinander verbundene Pollerzäune aufgestellt werden. Das ist sicher gut und richtig, wenn auch nicht sonderlich überraschend oder kreativ.

Und es stellen sich immer noch die Fragen, warum es so lange gedauert hat, ein solches Konzept zu entwickeln und wann es endlich umgesetzt wird. Im Dezember jährt sich der Anschlag bereits zum dritten Mal. Es ist davon auszugehen, dass bis und während des Weihnachtsmarkts die massiven, temporären Sperrmittel rund um den Platz bleiben müssen. Und das kann man eigentlich nicht verstehen.