BVG

Vom Internet in der U-Bahn profitieren auch die Unternehmen

Berlins U-Bahn-Tunnel bekommen schnelles Internet. Gute Entscheidung, meint Dominik Bath.

Berlins Untergrund wird endlich digital: Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen alle U-Bahn-Tunnel schnelles Internet bekommen. Den Kunden der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) soll es dann flächendeckend möglich sein, während der Fahrt im Internet zu surfen und Videos zu schauen. Es ist gut, dass Berlin in dem Segment aufrüstet. Die Verbindungsabbrüche und lahmes Internet standen der deutschen Hauptstadt nie gut zu Gesicht. In anderen Metropolen ist die durchgehende Internetversorgung unter der Erde längst Standard.

Gut ist auch, dass der Senat die Telekommunikationsfirmen in die Pflicht genommen hat, selbst und auf eigene Kosten für den technischen Ausbau in den Tunneln zu sorgen. Zuvor war lange im Gespräch, dass sich das Land Berlin finanziell beteiligt. Das wäre grober Unfug gewesen, sind es doch vor allem die Anbieter Telekom, Telefónica und Vodafone, die von der besseren Erreichbarkeit ihrer Kundschaft unter der Erde profitieren. Und klar ist auch: Je besser die Verbindung in den U-Bahnen ist, desto eher ist auch das vom Kunden gebuchte Datenvolumen aufgebraucht. Vielleicht gelingt es den Anbietern, durch den Ausbau letztlich sogar Mehreinnahmen zu erzielen.

Die Politik muss nun dafür sorgen, dass die Zusagen der Unternehmen rasch umgesetzt werden. Das gilt sowohl für den Ausbau des schnellen Netzes unter als auch auf der Erde. Nicht nur für die Berliner ist es wichtig, dass der neue Mobilfunkstandard 5G schnell kommt. An der Technik hängt auch die Zukunft vieler Firmen. Soll die Wirtschaft hier weiter vorne bei den Themen Künstliche Intelligenz und Digitalisierung mitspielen, muss 5G schnell umgesetzt werden. Das bereits angekündigte Modellprojekt mit der Telekom ist jedenfalls ein gutes Zeichen, das auch der Senat diese Notwendigkeit erkannt hat.