Kommentar

So energiegeladen sind die Stadtwerke

Das Unternehmen wächst langsam, aber beständig, beobachtet Jens Anker.

Es ist ein harter und beschwerlicher Weg hin zu einem nennenswerten Akteur am Energiemarkt, aber die Berliner Stadtwerke gehen ihn Schritt für Schritt. Vor sechs Jahren vom rot-schwarzen Senat gegründet, fristete es zunächst ein Schattendasein, da es nicht am Strommarkt tätig sein durfte. Das änderte sich erst vor zwei Jahren, als der aktuelle Senat den Weg für einen landeseigenen Stromanbieter frei machte und 100 Millionen Euro für Investitionen in die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien freimachte.

Mittlerweile sind die Stadtwerke Kooperationen mit den meisten landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, vielen Senatsverwaltungen und anderen Landesbetrieben eingegangen. Das Unternehmen produziert inzwischen 28 Megawatt Energie, 20 Megawatt davon aus Windenergie. Das entspricht dem Stromverbrauch von 31.000 Berliner Haushalten. Das ist beachtlich, reicht aber an die großen Energieversorger lange noch nicht heran. Insgesamt haben sich erst etwas mehr als 12.000 Berliner entschieden, den Energiebedarf bei den landeseigenen Stadtwerken zu bestellen – trotz wettbewerbsfähiger Preise für den Hausstrom.

Dabei könnten die Stadtwerke ein wichtiger Partner beim Erreichen der Energieziele sein, bis zum Jahr 2050 zu einer klimaneutralen Stadt zu werden. Das heißt, 85 Prozent des Kohlendioxidausstoßes einzusparen. Anders als bei den großen Energieerzeugern hat das Land die Möglichkeit, dem Landesunternehmen das Erreichen der Ziele verbindlich vorzuschreiben.

Tatsächlich ist die Stadt davon noch weit entfernt, zuletzt stieg der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids sogar an. Doch das wollen immer weniger Menschen hinnehmen. Darauf wird die Politik spürbar reagieren müssen, will sie nicht von den Wählern abgestraft werden.