Kommentar

Zuwanderung von Fachkräften: eine Politik ohne Strategie

Berlin braucht – wie auch die anderen deutschen Bundesländer – die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland, sagt Dominik Bath.

Die Bundesregierung hat noch keine Strategie vorgelegt, wie man überhaupt Fachkräfte aus dem Ausland anwerben will, sagt Domink Bath.

Die Bundesregierung hat noch keine Strategie vorgelegt, wie man überhaupt Fachkräfte aus dem Ausland anwerben will, sagt Domink Bath.

Foto: dpa/Reto Klar

Berlins Fachkräfte-Engpass ist dramatisch: 141.000 Spezialisten fehlen Unternehmen in der deutschen Hauptstadt derzeit, hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) berechnet. Glaubt man Prognosen von Wirtschaftsverbänden, dürfte die Zahl in den kommenden Jahren weiter steigen, vor allem, weil in vielen Firmen altgediente Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Die Unternehmen sind gefragt, rechtzeitig zu handeln. Im Ausbildungsbereich muss vor allem das Werben in den Schulen früher und regelmäßiger passieren. Aus Sicht der Handwerksbetriebe könnte zudem eine Wiedereinführung von Werkunterricht an Berliner Schulen dafür sorgen, dass Schüler mehr als bislang mit praktischer Arbeit in Berührung kommen.

Die Zahl zeigt aber auch: Das intensivere Werben um inländischen Nachwuchs wird nicht ausreichen, um die Fachkräftelücke irgendwann zu schließen. Berlin braucht – wie auch die anderen deutschen Bundesländer – die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland. Die Bundesregierung hat den Bedarf erkannt, doch das Gesetz schlecht umgesetzt. Firmen befürchten jetzt zu Recht bürokratische und lange Verfahren. Zudem wirken die deutschen Regeln und Vorgaben auf ausländische Fachkräfte abschreckend und wenig attraktiv. Sie werden sich im Zweifel eher für ein Land entscheiden, das es ihnen leichter macht, eine interessante Arbeitsstelle anzunehmen.

Hinzu kommt, dass die Bundesregierung bislang noch keine Strategie vorgelegt hat, wie man überhaupt Fachkräfte aus dem Ausland anwerben will. Nun bleibt das Ganze an den Firmen hängen. Für große Konzerne ist das Werben um neue Mitarbeiter in fernen Ländern dabei weniger ein Problem. Kleinen und mittleren Unternehmen, die in Berlin einen Großteil der Wirtschaft ausmachen, dürfte das hingegen kaum gelingen.

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