Kommentar

Anwohner fühlen sich von Schloßbrücken-Sperrung überrumpelt

Obwohl es sich bei der Schloßbrücke um eine der wichtigsten Verbindungen Berlins handelt, informieren die Behörden spät.

 Thomas Fülling über die bevorstehende Sperrung der Schloßbrücke.

Thomas Fülling über die bevorstehende Sperrung der Schloßbrücke.

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Berlin. Es ist wahrlich kein Geheimnis. Berlins Brücken und Straßen befinden sich in keinem guten Zustand. Allzu lang wurde – meist mit Verweis auf die leeren Kassen – die Instandhaltung unterlassen. Das rächt sich nun. Fast in allen Ecken der Stadt werden Brücken gesperrt, weil sie dringend saniert oder gar komplett erneuert werden müssen.

Nun kommt die Schloßbrücke in Charlottenburg auch noch dazu. Ab Montag wird die wichtige Spree-Überführung, über die auch ein Großteil des Autoverkehrs zum Flughafen Tegel rollt, in beiden Richtungen für den Autoverkehr gesperrt. Eine Grundinstandsetzung sei dringend notwendig, heißt es.

Viele Anwohner und die meisten Autofahrer fühlen sich von dieser Nachricht völlig überrumpelt. Denn obwohl es sich bei der Schloßbrücke um eine der wichtigsten Verbindungen in der Stadt handelt, haben es die Behörden mit der Information über die immerhin achtwöchige Vollsperrung nicht allzu eilig. Selbst als erste Sperrschilder am Straßenrand aufgebaut wurden, fanden sich weder auf der Webseite der Senatsverkehrsverwaltung oder des Bezirksamtes, noch auf der Seite der Verkehrsinformationszentrale Informationen über den genauen Umfang und die Dauer der Sperrung. Erst auf Anfrage der Berliner Morgenpost kündigte der Sprecher der Senatsverwaltung am Mittwoch eine Mitteilung an, die dann am Abend schließlich veröffentlicht wurde.

Es kann ja sein, dass einzelne Bezirksausschüsse bereits vor einiger Zeit über die Sperrung informiert wurden. Die breite Öffentlichkeit wusste jedoch nichts davon. Der Senat ist einst mit dem Anspruch angetreten, die Bürger viel stärker als zuvor in all die Vorgänge, die die Stadt bewegen, einzubeziehen. Allzu oft ein leeres Versprechen, wie der Fall Schloßbrücke leider zeigt.