Kommentar

Extremisten greifen Bus an - Wo bleibt die Reaktion, Berlin?

Wenn Linksextreme einen Bus mit Krebspatienten angreifen, kümmert das in Berlin kaum jemanden, beobachtet Sebastian Geisler.

In Berlin gilt Linksextremismus offenbar als Lokalkolorit, beobachtet Sebastian Geisler.

In Berlin gilt Linksextremismus offenbar als Lokalkolorit, beobachtet Sebastian Geisler.

Foto: Michaela Kappeler/dpa; Maurizio Gambarini (Montage)

Berlin. Stellen Sie sich einfach mal folgendes Szenario vor: Politische Extremisten greifen einen Reisebus mit Krebspatienten an, schleudern Eier und Farbbeutel auf das Fahrzeug und versetzen die Schwerkranken in Angst und Schrecken. Wie wäre da wohl die Reaktion: Sondersendungen? Empörung politischer Amtsträger? Solidaritätsbekundungen mit den Opfern und Rufe nach Aufklärung der Tat? Gratiskonzerte? Beteuerungen, dass unser Staat sich so etwas niemals gefallen lassen darf und wird? So könnte man annehmen.

Aber die Realität zeigt, dass es anders geht. Denn der Fall hat sich am Donnerstag in Berlin tatsächlich ereignet. In Kreuzberg haben militante Extremisten - denn was sonst sind Menschen, die zu solchen Mitteln greifen – einen Reisebus mit Krebspatienten attackiert. Die große Empörung in Berlin bleibt aus. Vielleicht waren es einfach die „falschen“ Extremisten, linke nämlich. Sie glaubten, in dem Bus säßen Teilnehmer eines Immobilien-Kongresses.

Das Entsetzen in Politik und Zivilgesellschaft bleibt aus

Regelmäßig sorgen Linksextreme in Berlin mit solchen Aktionen nur für Achselzucken. Wenn sie Autos anzünden oder anderweitig beschädigen, Polizisten angreifen und Anwohner etwa an der Rigaer Straße terrorisieren, dann wird das meist einfach nur zur Kenntnis genommen. In Berlin gelten solche Phänomene offenbar als Lokalkolorit. Polizei und Staatsschutz ermitteln, aber das Entsetzen in Politik und Zivilgesellschaft bleibt aus.

Wo sind die Menschen, die ständig „Haltung zeigen“?

Gerade gestern bin ich abends noch mal raus, um mein Auto umzuparken. Das stand nämlich neben einem Kleinbus der ungeliebten Immobiliengesellschaft „Vonovia“, an den bereits jemand das „Anarchie“-Symbol mit schwarzer Farbe gesprüht hatte. Ich sah vor dem inneren Auge mein Auto schon in Flammen.

Wo sind angesichts solcher Aktionen eigentlich die Menschen, die ständig „Haltung zeigen“? Die nach eigenem Bekunden „gegen Hass und Hetze“ sind? Das Schweigen in Berlin dröhnt laut.

Auch über die Zustände am U-Bahnhof Warschauer Straße regte sich unser Autor auf:

Und die Vermüllung der Stadt ärgert ihn:

Die Parkraumbewirtschaftung hält Sebastian Geisler für einen bürokratischen Witz: