Kommentar

Es muss mehr getan werden, um Unfälle zu reduzieren

In Berlin sind 2018 1553 Radfahrer bei Abbiege-Unfällen verletzt worden. Es muss mehr getan werden. um die Unfälle zu verhindern.

1553 Radfahrer wurden bei Abbiege-Unfällen verletzt.

1553 Radfahrer wurden bei Abbiege-Unfällen verletzt.

Foto: dpa, BM

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 1553 Radfahrer sind im vergangenen Jahr in Berlin bei Abbiege-Unfällen verletzt worden. Unverständlich ist deshalb, dass nicht mehr getan wird, um die Zahl der Unfälle zu reduzieren. Möglichkeiten gäbe es einige. Das können praktische Schulungen sein, ob im Simulator oder auf einer Teststrecke. Sicher dürfte sein, dass ein im Simulator erlebter Zusammenstoß, mit visuellen und akustischen Elemente, nachhaltiger in Erinnerung bleibt, als ein Vortrag zur richtigen Fahrweise.

Auch am Ausbau von Radwegen und in der sicheren Gestaltung von Kreuzungen muss das Land weiter arbeiten und angekündigte Maßnahmen tatsächlich umsetzen. Und es bleibt das Thema der Abbiegeassistenten. Zuletzt hat die Konferenz der Verkehrsminister gefordert, dass diese endlich kommen müssen – wie schon viele Politiker vorher. Den Forderungen, und daran hakt es noch, müssen allerdings auch Taten folgen.

Klar ist: Radfahrer sollten ebenfalls besser geschult werden. Die Trainings an Berliner Grundschulen – seien sie nun von Sifat Road Safety in Spandau oder im Rahmen des Projekts „Toter Winkel“ – sind ein Anfang. Denn Sensibilität gehört von beiden Seiten dazu. Als Radfahrer kann es helfen, das eingeschränkte Sichtfeld eines Lkw-Fahrers in einem praktischen Training selbst zu begreifen. Das führt vielleicht auch zu der Erkenntnis: Im Zweifel ist es besser, auf die Vorfahrt zu verzichten, als unter die Räder eines Lastwagens zu geraten.