Meinung

Raser in Berlin: Lasst sie zu Fuß gehen!

Die Zahl der Raser in Berlin hat zugenommen. Alexander Dinger lobt das härtere Vorgehen der Justiz.

Alexander Dinger

Alexander Dinger

Foto: Sergej Glanze

Wer Autorennen in der Stadt fährt und andere gefährdet, hat auf lange Zeit sein Recht verwirkt, ein Auto führen zu dürfen. Denn die hochmotorisierten PS-Boliden sind eine Gefahr für Leib und Leben. Es ist also völlig richtig, wenn die Justiz ihren Kampf gegen Raser verstärkt.

Der typische Raser ist zwischen 20 und 30 Jahren alt, männlich und fährt gern Luxuswagen, die ihm laut Statistik in 90 Prozent der Fälle nicht gehören. Das ist eine in vielerlei Hinsicht problematische Konstellation. Die meisten Autofahrer sind viel zu jung, um die Rennwagen fahren zu können.

Das Gefühl, in einer rollenden Festung zu sitzen

Allerdings geben ihnen die modernen Autos das Gefühl, in einer rollenden Festung zu sitzen. Das wurde schon bei dem Prozess nach dem tödlichen Autorennen in der City West deutlich. Wo zu große Egos auf das Gefühl, unverwundbar zu sein, treffen, kann nichts Gutes herauskommen.

Ein weiterer Unterschied besteht auch darin, ob dem Fahrer ein Auto gehört oder nicht. Das sieht man beispielsweise in der Tuning-Szene. Der typische Autoschrauber hat ein geradezu inniges Verhältnis zu seinem Wagen. Wie heißt es so zutreffend: Eigentum verpflichtet. Niemals würde der echte Autoliebhaber sich, seinen Wagen und andere sinnlos in Gefahr bringen. Der 20 Jahre alte Profilierungsfahrer, der mit dem Mietwagen durch die Stadt röhrt, weiß vielleicht gerade noch, wo die Motorhaube aufgeht.

Wer rast, zahlt – und geht zu Fuß

Was kann man also tun? Den Strafrahmen konsequent ausnutzen zum Beispiel. Seit Autorennen nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat gewertet werden, ist das Schwert der Justiz um einiges schärfer. Wer rast, zahlt – und geht zu Fuß. Eines mögen die jungen Männer in ihren teuren Autos noch weniger als rote Ampeln und andere Verkehrsteilnehmer: Mit anderen Menschen auf den nächsten Bus warten zu müssen.