Meinung

Sorry, ich möchte kein „Nebeneinander“ mit Dealern im Görli!

Gegen Drogendealer muss man durchgreifen - und ihnen keine Plätze zuweisen, meint Sebastian Geisler.

Im Görlitzer Park hat der Parkmanager Standplätze für Drogendealer markiert. Völlig absurd, meint Sebastian Geisler. 

Im Görlitzer Park hat der Parkmanager Standplätze für Drogendealer markiert. Völlig absurd, meint Sebastian Geisler. 

Foto: Maurizio Gambarini (montage)

Wer Kreuzberg und den „Görli“ nicht kennt, der muss die Meldung für einen Aprilscherz halten: Ein Parkmanager hat im Görlitzer Park Standplätze für Drogendealer markiert. Versuchen Sie mal, das jemandem außerhalb von Berlin zu erklären! Die Berliner kennen die Einstellung der im Bezirk regierenden Grünen zur Situation. Deren Politiker mögen nicht einmal öffentlich anerkennen, dass in dem Park überhaupt ein ernsthaftes Problem vorliegt. Das käme bei der eigenen Klientel wohl nicht an.

Dabei greifen einige der Dealer sogar schon mal Passanten mit Messern an, kommt es zu Raubtaten und versuchten und vollzogenen Vergewaltigungen - Begleiterscheinungen des offenen Drogenhandels. Das ist seit Jahren bekannt. Ich frage mich mittlerweile, wer den Grünen im Görlitzer Park willkommener ist: Drogendealer oder die Polizei?

Um nicht missverstanden zu werden: Vor dem Parkmanager habe ich eine hohe Achtung. Er scheint - anders als die Bezirksgrünen - ernsthaft um eine Verbesserung der Situation bemüht. Sein Gedanke: Sind die Dealer auf festen Plätzen, müssen Mütter mit Kindern nicht mehr so eng an ihnen vorbeilaufen. In einem „RBB“-Fernsehbeitrag heißt es, Ziel sei es, „allen ein friedliches Nebeneinander zu ermöglichen: Dealern, Sportlern, Mensch und Tier.“ Das klingt wie Satire - und ist doch Berichterstattung über echte Vorgänge in Berlin.

Ich möchte diese Dealer im Görlitzer Park nicht haben

Dieses „Nebeneinander“ darf doch nicht ernsthaft das Ziel sein! Es ist ein Armutszeugnis und eine Bankrotterklärung des Rechtsstaats. Ich möchte kein „Nebeneinander“ mit messerbewehrten Drogendealern im Park. Ich möchte diese Leute dort nicht haben. Der Rechtsstaat hat seine eigenen Gesetze durchzusetzen. Wenn die im Bezirk regierenden Grünen der Ansicht sind, bestimmte Drogen seien zu legalisieren, sollen sie einen entsprechenden Gesetzentwurf im Bundestag einbringen. Und nicht den Görlitzer Park als dauerhaften Drogenumschlagspark etablieren, um Fakten zu schaffen. Ich möchte, dass Drogendealer sich in diesem Park unwohl fühlen - und nicht die Bürger (und Steuerzahler!), die ihn nutzen möchten.

Kreuzberg weist Drogendealern Plätze im Görlitzer Park zu

Das „Kreuzberger Modell“ darf nicht Schule machen

Dieses, nennen wir es mal, „Kreuzberger Modell“, sich achselzuckend mit Missständen zu arrangieren, sollte keineswegs Schule machen. Was kommt denn als nächstes? Hier zum Abschluss mal ein paar Ideen für Berlin:

  1. Den Kurfürstendamm als Rennstrecke für Raser freigegeben, weil sich die Fahrer dicker AMG-Protzautos ohnehin nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten.
  2. Bereiche in der Stadt, in denen Teilnehmer sogenannter „Hochzeitskorsos“ den Verkehr blockieren und in die Luft schießen dürfen. Machen sie ja eh jetzt schon. Und auch dieses Phänomen wird offenbar erst mal bleiben.

  3. Wo starke Männer Sperrmüll auf Straßen und Plätze stellen, statt ihn fachgerecht zu entsorgen, Schilder aufhängen: „Hier gern den Müll abladen! Ihr macht es doch eh!“

  4. Abschnitte auf Fahrradwegen markieren, auf denen Falschparker nicht abgeschleppt werden.

  5. Geldwäsche in Clan-Restaurants nicht mehr strafverfolgen. Es ist sowieso jetzt zu spät.