Kommentar

Warum Berlin von der Forschung profitiert

Die Forschung in Berlin hat mehr Anerkennung verdient, findet Gilbert Schomaker. Ein Plädoyer für die Wissenschaft.

Es ist schon ein Phänomen: Berlin hat vier Universitäten, staatliche Fachhochschulen, künstlerische Hochschulen und mehr als 70 private und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. 250.000 Menschen aus der ganzen Welt forschen, lehren und studieren in der deutschen Hauptstadt. Doch das alles gewinnt häufig nur in Fachkreisen und in Sonntagsreden Aufmerksamkeit.

Der normale Berliner nimmt die außergewöhnliche Stellung der Wissenschaft eigentlich nur zur Kenntnis. Berlin ist trotz der beeindruckenden Zahlen, trotz der Erfolge im internationalen Wettbewerb, keine Universitätsstadt, wie Freiburg, Münster oder Tübingen. Das sind mittelgroße Städte, die seit Jahrhunderten durch das universitäre Leben geprägt sind. Berlin ist so groß, ist so vielfältig, dass selbst 250.000 Studierende und Lehrende untergehen.

Dabei hat die Wissenschaft in Berlin mehr Anerkennung verdient. In den letzten Jahren ist aus dem Dauerwettbewerb der Universitäten ein nach außen gemeinsames Auftreten bei der Exzellenzinitiative geworden. Einer für alle, alle für einen Standort Berlin. Die Stadt wird davor profitieren. Auch die Politik hat dazu ihren Beitrag geleistet. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, zuständig für die Wissenschaft, ist Antreiber, wenn es darum geht, den Siemens-Campus aufzubauen, wenn es darum geht, die Fusion von Charité und Vivantes im Gesundheitsbereich voranzutreiben – für die Patienten.

Müller gelingt in der Dreierkoalition nicht alles. Aber in der Wissenschaft passiert viel Gutes – auch weil sich die Koalitionspartner einige sind, wie wichtig Forschung und Lehre für Berlin sind. Es gibt noch Aufgaben: Der Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft kann noch besser werden. Damit aus der Wissenschaft noch mehr Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze entstehen – zum Wohl der Stadt und der Berliner.

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