Kommentar

Nun bleibt für Hakan Tas nur der Rücktritt

Innenpolitiker Hakan Tas (Linke) ist als Sprecher nach der Alkohol-Fahrt nicht mehr haltbar, sagt Alexander Dinger.

Jeder macht Fehler, aber nicht jeder arbeitet in herausragender Position im Abgeordnetenhaus, sagt Alexander Dinger

Jeder macht Fehler, aber nicht jeder arbeitet in herausragender Position im Abgeordnetenhaus, sagt Alexander Dinger

Foto: pa/Reto Klar

Berlin. Linken-Politiker Hakan Taş ist angetrunken Auto gefahren, hat einen Unfall gebaut und ist dabei ertappt worden. Wer den erheblichen Schaden an dem Wagen des 52-Jährigen sieht und in Betracht zieht, dass Taş so noch drei Kilometer durch die Hauptstadt gefahren ist, kann von Glück reden, dass niemand verletzt wurde. Hakan Taş, der in Berlin ein geachteter Innenpolitiker ist, sollte seine Ämter nicht nur ruhen lassen, sondern zurücktreten. Auch, weil er bislang als moralische Instanz aufgetreten ist.

Direkt neben der Laterne, gegen die Taş mit seinem Mercedes prallte, verläuft der Radweg. Es hätte also leicht viel Schlimmeres als Blechschaden passieren können. Die erste Reaktion von Taş, seine Ämter ruhen zu lassen und die Aufhebung seiner Immunität anzubieten, sind richtig, aber auch selbstverständlich. Gerade die Worte des Innenpolitikers Taş haben im Berliner Abgeordnetenhaus Gewicht.

Sicherlich: Jeder macht einmal einen Fehler. Aber nicht jeder arbeitet in einer wichtigen Position im Abgeordnetenhaus. Und gerade die rot-rot-grüne Koalition will weniger Autoverkehr in der Stadt, Radfahrer und öffentliche Verkehrsmittel fördern. Dazu passt es nicht, dass einer ihrer prominentesten Vertreter angetrunken im neuen Mercedes durch die Innenstadt fährt. Taş hätte ohne Weiteres ein Taxi rufen oder die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können. Das tat er aber nicht. Nun muss er die Konsequenzen tragen.

Ein Beispiel kann sich Taş an dem ehemaligen Neuköllner Schulstadtrat Jan-Christopher Rämer nehmen. Dieser war vor einem Jahr betrunken am Steuer ertappt worden. Obwohl der SPD-Politiker keinen Unfall verursacht hatte, zog er persönliche Konsequenzen und bat die damalige Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) um seine Entlassung, die dem Wunsch nachkam. So verhält man sich – als verantwortungsbewusster Politiker.

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