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Kommentar

Weg mit der Einheitshöhe für Türme am Alexanderplatz

Nach Vorstellung der Baudirektorin sollen künftige Hochhäuser nur 130 Meter hoch sein. Das führt zu Blockaden, meint Isabell Jürgens.

Foto: Reto Klar/Sauerbruch/BM Montage

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Berlin. Stadtplanung braucht einen langen Atem – manchmal sogar einen sehr langen. 25 Jahre alt sind die Hochhauspläne, die Architekt Hans Kollhoff einst für den Alexanderplatz entwickelte. Zehn 150-Meter-Türme, so seine damalige Vision, die zum gültigen Masterplan für den Alex wurde, sollten als „Stadtkrone“ den Platz umschließen. Doch erst blieben die Investoren aus. Und als sie dann schließlich kamen, hatten sich nicht nur die Vorstellungen des Senats, sondern auch der Grundstückseigner und Nutzer geändert. So wollen die Besitzer das Hotel „Park Inn“ nicht mehr abreißen, dazu läuft es viel zu gut. Und auch das Haus des Berliner Verlages, inzwischen unter Denkmalschutz, wird jetzt saniert statt plattgemacht.

Es war richtig, den Masterplan, wie vor drei Jahren geschehen, anzupassen und mit den Bestandsgebäuden in Einklang zu bringen. Allerdings sollte der „Respekt vor dem Bestand“, wie es Senatsbaudirektorin Regula Lüscher formuliert, nun nicht neue Hindernisse auftürmen.

Nach Vorstellung der Baudirektorin sollen künftige Hochhäuser – inzwischen nur noch neun an der Zahl – nur 130 Meter hoch sein, um nicht den Blick auf den Fernsehturm zu verstellen und das Park Inn, das knapp 130 Meter hoch ist, zu überragen, so die Begründung. Es gibt aber bereits eine Baugenehmigung für einen 150 Meter hohen Turm am Einkaufszentrum Alexa. Und wenn es zu einer Einigung mit der BVG kommt, deren U-Bahntunnel unter dem Baugrundstück am Saturn-Kaufhaus verläuft, ist auch dort bereits ein 150-Meter-Turm vorgesehen.

Was zu verkraften wäre, denn 20 Meter mehr verdecken weder den 368 Meter (!) hohen Fernsehturm, noch stellen sie das Park Inn in den Schatten. Im Gegenteil: Sie bannen sogar die Gefahr der Monotonie. Also bitte keine Planungsblockaden, die dazu führen, dass es noch mal 25 Jahre dauert, bis die Türme stehen.

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