Kommentar

Zigarettenreste gehören in den Müll, liebe Berliner Raucher!

Die Berliner Bezirke müssen Raucher stärker kontrollieren, damit sie ihre Stummel nicht zu Boden werfen, meint Florian Schmidt

Zigarettenstummel in einem Aschenbecher (Archivbild)

Zigarettenstummel in einem Aschenbecher (Archivbild)

Foto: picture-alliance/ ZB / pa

Es ist ein alltäglicher Anblick in Berlin: Raucher, die vor Bars stehen oder eiligen Schrittes auf der Straße quarzen – und anschließend ihre Kippen auf den Boden werfen. Selbst von Balkons schmeißen Raucher ihre Zigarettenreste einfach hinab. Berlin verdreckt auf diese Weise mehr und mehr, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Verursacher kaum mit einer Bestrafung durch die überlasteten Ordnungsämter rechnen müssen.

Ja, es handelt sich bei Zigarettenstummel nicht um illegal abgestellten Sperrmüll. Und ja, es gibt eine Vielzahl wichtigerer Themen und Anliegen, die uns beschäftigen sollten. Dennoch: Das Zu-Boden-Werfen von Zigaretten ist und bleibt eine Ordnungswidrigkeit, die geahndet werden muss. Und das aus gutem Grund: Die Rückstände in den Stummeln bergen Gefahren für die Umwelt, die Filter sind aus Kunststoff, bauen sich nur über Jahre ab. Gerade für Kinder ist das Gesundheitsrisiko groß, wenn sie etwa im Sandkasten eines Spielplatzes eine Kippe finden und sie verschlucken.

Mit der ausgedrückten Kippe zum Mülleimer

Dass Zigaretten-Sünder in Berlin kaum etwas zu befürchten haben, ist deshalb ein gefährliches Signal, aus dem sich zwei Appelle ableiten lassen. Erstens, die Ordnungsämter müssen trotz Personalengpässen regelmäßig Bußgelder verhängen. Nur so spricht sich herum, dass der Staat sehr wohl ein Auge darauf hat, wer sich falsch verhält. Auch braucht es eine Vereinheitlichung der Regelsätze. Dass je nach Bezirk andere Strafen erhoben werden, ist abstrus. Zweitens, und das ist noch viel wichtiger: Die Raucher selbst müssen erkennen, welche Folgen ihr Verhalten haben kann und es ändern.

Wer in der Öffentlichkeit raucht, kann einen verschließbaren Taschenaschenbecher mitführen oder muss die Kippe bis zum nächsten Papierkorb in der Hand halten. Denn dort gehört sie hin: in den Müll.

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