Kommentar

7,14 Prozent - Die Maklergebühr in Berlin ist unfair!

Die Erwerbsnebenkosten sind nirgends so hoch wie in Berlin. Das ist ungerecht, meint Isabell Jürgens.

Wer sich in Berlin den Traum von den eigenen vier Wänden verwirklicht hat, weiß, dass die sogenannten Erwerbsnebenkosten beim Immobilienkauf richtig wehtun. Und auch ziemlich ungerecht sind, denn in der Hauptstadt werden Erwerber gleich doppelt und zum Höchstpreis abkassiert.

Der Berliner Finanzsenator fordert sechs Prozent Grunderwerbssteuer ein, während sein Amtskollege in der Hansestadt Hamburg sich mit 4,5 Prozent zufrieden gibt, die Finanzminister in Sachsen und Bayern gar mit 3,5 Prozent. Noch teurer kommt es den Käufer allerdings zu stehen, wenn der Kauf über einen Makler vermittelt wird – was bei Immobilienverkäufen in Berlin ganz überwiegend der Fall ist. Denn in der Hauptstadt muss allein der Käufer 7,14 Prozent Maklerprovision zahlen, obwohl in der Regel der Hausverkäufer diesen Dienstleister bestellt hat.

In den meisten Bundesländern teilen sich Käufer und Verkäufer dagegen die Provision. In unseren Nachbarländern Österreich und den Niederlanden gilt sogar das Bestellerprinzip, wonach derjenige den Makler zu bezahlen hat, der ihn bestellt hat.

Käufer haben kaum Verhandlungsspielraum

In Deutschland gilt dieses Prinzip lediglich für die Vermietung von Wohnungen – und das auch erst seit 2015. Berlins Maklerverbände betonen zwar immer wieder, dass die Provision keine feste Gebühr sondern verhandelbar sei, doch angesichts des geringen Angebots und der starken Nachfrage dürfte es den allermeisten Kaufinteressenten nicht gelingen, die Provision wesentlich herunterzuhandeln. Nicht nur für Kaufinteressenten, auch für das angeschlagene Image der Makler wäre es gut, wenn sich eine andere Kostenaufteilung durchsetzen würde.

Die unseriösen Glücksritter unter den Maklern würden sich schnell verabschieden. Für die professionellen, seriösen Vermittler bliebe ein immer noch lukrativer Markt zurück, der für alle Beteiligten faire und transparente Konditionen bieten würde.

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