Kommentar

Die Feuerwehr hat gezeigt: Protest lohnt sich in Berlin

Die Alarmrufe der Feuerwehr sind erhört worden. Die Rettungskräfte können jetzt auf bessere Bedingungen hoffen, meint Gudrun Mallwitz.

Die Feuerwehr in Einsatz

Die Feuerwehr in Einsatz

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Sie machen einen der härtesten Jobs in der Hauptstadt, werden aber schlechter bezahlt als ihre Kollegen in den anderen Bundesländern: Berlins Feuerwehrmänner und - frauen. Sie löschen nicht nur Brände und retten Menschen aus den Häusern, sondern sind auch Tag und Nacht bei Verkehrsunfällen und bei allen anderen Notfällen mit dem Rettungswagen so schnell wie möglich zur Stelle.

Jahrelang haben die rund 3500 Einsatzkräfte bei der Berliner Berufsfeuerwehr vergebens für eine bessere Bezahlung, für mehr Kollegen und eine bessere Ausrüstung gekämpft. Jetzt stehen sie vor merklichen Verbesserungen. Der wochenlange Dauerprotest durch die Mahnwache am Roten Rathaus zeigt Wirkung: In einem Gespräch mit Innensenator Andreas Geisel (SPD) wurden nun erste Erfolge erzielt.

Damit zeigt sich wieder einmal: Es lohnt sich durchaus, für seine Belange einzutreten. In Berlin gilt das derzeit vor allem für die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst. Denn nach den harten Sparjahren – sie waren notwendig, da das hoch verschuldete Berlin sonst nicht mehr handlungsfähig gewesen wäre – ist der finanzielle Spielraum endlich da. Er bietet nunmehr die Chance, den Sanierungsstau abzubauen, sein Personal besser zu bezahlen und Verstärkung einzustellen.

Nicht nur Feuerwehr und Polizei dürfen deshalb auf längst fällige Erleichterungen hoffen. Auch angesichts der zunehmenden Schwierigkeit, Personal zu finden, bezahlt das Land die Lehrer inzwischen besser. Nun fordern auch Berlins Erzieher eine bessere Entlohnung. Zu Recht. Nach Angaben der Lehrergewerkschaft GEW fehlen aktuell 3000 Kitaplätze in der Stadt, auch weil viele Erzieherstellen nicht besetzt werden können. Rot-Rot-Grün berät bereits hinter den Kulissen über eine Berlin-Zulagen-Regelung auch für die Erzieher. Sie sollte kommen. Denn auch sie haben – wie die Kollegen von der Feuerwehr – mehr Wertschätzung verdient.

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