Kommentar

Dass Berlin jetzt auf mehr Busspuren setzt ist richtig!

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Andreas Abel
Eine Busspur Unter den Linden

Eine Busspur Unter den Linden

Foto: dpa Picture-Alliance / Jens Kalaene / picture alliance / Jens Kalaene/

Busspuren unterstützen den Verkehr. Dass der Senat das Netz ausbauen will, ist sinnvoll - und keine Schikane, meint Andreas Abel.

Eigentlich sind BVG-Busse großartig. Mit ihnen lässt sich jeder Kiez erreichen, das kleinteilige Haltestellennetz macht zumindest in vielen Teilen Berlins lange Fußmärsche zum nächsten Stopp überflüssig. Und obendrein sieht man noch etwas von der Stadt, ist mittendrin. Das aber ist auch genau das Problem der „großen Gelben“. Sie stehen häufig im Stau und sind die unpünktlichsten aller Berliner Verkehrsmittel. Es ist also höchste Zeit, dass sich Senatsverkehrsverwaltung, Bezirke und die BVG darüber Gedanken machen, wie der Busverkehr wieder nach Fahrplan laufen kann.

Dafür gibt es nun die sogenannte Taskforce Beschleunigung, etwas weniger euphorisch darf man sie auch Arbeitsgruppe nennen. Es ist gut, dass es sie gibt, allmählich sollte sie liefern. Auf etlichen viel befahrenen Straßen wird es Verbesserungen nicht ohne neue Busspur-Abschnitte geben. Es mutet merkwürdig an, dass das Netz dieser Sonderstreifen seit vielen Jahren rund 100 Kilometer umfasst und niemals mit der wachsenden Stadt mitgewachsen ist. 100 Kilometer bei einem Berliner Straßennetz von mehr als 5400 Kilometern.

Man könnte die Spuren auch für den Wirtschaftsverkehr öffnen

Der rot-rot-grünen Landesregierung ist im Rahmen der von ihr propagierten Verkehrswende zuzutrauen, dass sie anders als ihre Vorgänger neue Busspuren ausweist. Ziel sei die Verdoppelung des Netzes, heißt es. Allerdings müht sich Rot-Rot-Grün an einigen Hauptverkehrsstraßen mit einem Zielkonflikt: Was ist wichtiger – ein Radweg oder eine Busspur? Die Entscheidung sollte in aller Regel zugunsten der Busspur ausfallen, die dann, wie bisher, auch Radfahrer nutzen dürfen. Sie muss aber ausreichend breit gestaltet sein, um diese nicht zu gefährden.

Die Busspuren für den Wirtschaftsverkehr zu öffnen, ist ebenfalls eine Option, den Verkehr in der Stadt flüssiger zu gestalten. Schnellere Busse spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, mehr Berliner und Pendler zum Verzicht auf das Auto zu bewegen. Das nützt auch denen, die wirklich auf ihren Pkw angewiesen sind.