Schulgebühren

Bildung gibt es nicht zum Nulltarif

Höhere Gebühren an den katholischen Schulen sind richtig, meint Lorenz Vossen.

Unterricht an der Schule.

Unterricht an der Schule.

Foto: picture-alliance/ dpa / dpa

Das klingt natürlich erst einmal happig: Im kommenden Schuljahr soll das Schulgeld an den katholischen Grundschulen der Hauptstadt von aktuell 55 auf 70 Euro im Monat steigen. Im darauffolgenden Jahr sind es dann sogar 85 Euro monatlich. Das entspricht einer Steigerung von mehr als 50 Prozent. Würde der Preis des Monatstickets bei BVG und S-Bahn derart erhöht, gingen die Berliner auf die Barrikaden. Und dabei steht eine weitere Steigerung für das Schuljahr 2019/20 sogar noch aus.

Tatsächlich ist die vom Erzbistum Berlin beschlossene Gebührenanhebung gerechtfertigt. Denn die katholischen Grundschulen haben schlicht den Bedarf –, auch weil die staatlichen Zuschüsse die gestiegenen Kosten einfach nicht decken. So wurden etwa die Gehälter der Lehrer angehoben, was dringend notwendig war. Zwar verdienen sie immer noch weniger als ihre Kollegen an den öffentlichen Schulen, aber immerhin fand eine Annäherung statt. Wie dringend Lehrer in Berlin gesucht werden, ist ja bekannt. Und solche, die freiwillig weniger verdienen als etwa die üppigen rund 5000 Euro Einstiegsgehalt der restlichen Lehrer, muss man erst mal finden.

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Auch bekommen die katholischen Schulen keine Mittel für die Sanierung ihrer Gebäude oder für Neubauten. Von den 5,5 Milliarden Euro der Schulbauoffensive des Senats sehen die 14 Grundschulen keinen Cent. Dazu kommt: Für jeden öffentlichen Schulplatz gibt das Land 220 Euro mehr aus. Diese Differenz gilt es auszugleichen.

Und am Ende werden die höheren Gebühren nicht jene Eltern treffen, die sie sich nicht leisten können. In „besonderen Fällen“ wird eine Schulgeldermäßigung oder -befreiung gewährt. So weit, so gut. Allerdings sollte das Erzbistum bald bekannt geben, um wie viel die Beiträge auch an den weiterführenden Schulen steigen sollen.

Erzbistum erhöht Schulgeld