Orkan über Berlin

Sturmtief "Xavier": Die Einsatzkräfte verdienen unseren Dank

Berlin schuldet den Einsatzkräften großen Dank. Dennoch sollte über eine Notfall-Strategie nachgedacht werden, meint Joachim Fahrun.

Unter Ästen begraben: Ein Auto auf dem Ludwigkirchplatz in Wilmersdorf nach dem Orkan

Unter Ästen begraben: Ein Auto auf dem Ludwigkirchplatz in Wilmersdorf nach dem Orkan

Foto: Kay Nietfeld / picture alliance / Kay Nietfeld//picture alliance

Es war nicht Houston oder Florida. Aber Sturmtief "Xavier" ließ auch uns in den gemäßigten nordostdeutschen Breiten die Zerstörungskraft einer entfesselten Natur spüren. Kaum zu glauben, dass Hurrikans in der Karibik doppelt so schnelle Windböen mit sich bringen wie jene, die hier am Donnerstag Bäume entwurzelten, Menschen töteten und Dächer abdeckten. Nach dem Starkregen von Ende Juni hat Berlin das zweite extreme Wetterphänomen binnen weniger Monate erlebt. Wenn die Aussagen der allermeisten Klimaexperten stimmen, dann könnten solche "Jahrhundertereignisse" künftig häufiger vorkommen.

Umso wichtiger, dass sich die Stadt darauf vorbereitet. Die Bürger müssen solche extremen Wetterlagen ernst nehmen und sich entsprechend verhalten, auch wenn das den persönlichen Alltag beeinträchtigt. Die Behörden müssen die Standfestigkeit der Straßenbäume genauer überprüfen als es bisher nötig schien. Wichtig ist aber auch, dass die Menschen sich wappnen. Ohne den Einsatz von Hunderten Feuerwehrleuten und Polizisten wäre die Lage wohl kaum so schnell einigermaßen beruhigt gewesen. Ohne die Hilfe von ehrenamtlich tätigen freiwilligen Feuerwehrleuten und Aktiven des Technischen Hilfswerks hätte so manche Problemlage die Bürger länger behindert. Sie verdienen besonderen Dank – ebenso wie die vielen Berliner, die festsitzenden Mitmenschen geholfen haben.

Dass S- und Straßenbahnen nicht fahren, wenn vielfach Bäume die Gleise blockieren, ist verständlich. Die BVG sollte aber nochmal über ihre Notfall-Strategie nachdenken. Die Informationen flossen spärlich, nachdem der Bus-Betrieb komplett eingestellt wurde. Ob es für Fahrgäste nun sicherer war, im Sturm nach Hause laufen zu müssen, obwohl viele Straßen eben doch frei waren, darf man diskutieren.

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