Schulen in Berlin

Ein Dank den Quereinsteigern

Quereinsteiger sind mutige Menschen, die sich viel zumuten. Die Bildungsminister sollten sie unterstützen, meint Regina Köhler.

Tatsache bleibt, dass es in den kommenden Jahren ohne Quereinsteiger an den Schulen nicht laufen wird

Tatsache bleibt, dass es in den kommenden Jahren ohne Quereinsteiger an den Schulen nicht laufen wird

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Es ist an der Zeit, die Quereinsteiger ruhig einmal als Retter zu bezeichnen und ihnen danke zu sagen. Stellen wir uns doch nur einmal vor, wie es an unseren Schulen aussehe, wenn es sie nicht gäbe. Jede Menge Unterricht würde ausfallen, die Fachlehrer wären rettungslos überlastet, weil sie noch mehr arbeiten müssten, Abschlüsse wären in Gefahr.

Quereinsteiger sind mutige Menschen, die sich viel zumuten. Sie müssen vom ersten Tag an unterrichten und gleichzeitig eine pädagogische Ausbildung absolvieren, oft auch noch ein zweites Fach studieren. Die meisten sind zudem nicht mehr im Studentenalter und haben „nebenbei“ auch noch eine Familie, um die sie sich kümmern müssen. Wer das schafft, hat natürlich eine sichere Stellung und ein gutes Einkommen, das ist klar. Doch der Weg dahin ist nicht ohne.

Tatsache bleibt, dass es in den kommenden Jahren ohne Quereinsteiger an den Schulen nicht laufen wird. Und zwar nicht nur in Berlin. Lehrermangel herrscht längst in jedem Bundesland. Deshalb ist es unerlässlich, dass die Bildungsminister, in Berlin ist das Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), alles dafür tun, die Quereinsteiger während ihrer berufsbegleitenden Ausbildung so gut wie möglich zu unterstützen. Ihre Unterrichtsverpflichtung sollte gesenkt werden – derzeit müssen sie mindestens 13 Stunden pro Woche unterrichten – ihre Ausbildungszeit sollte verlängert werden.

Lehrer sollen den Schülern heute ja nicht mehr nur Wissen vermitteln, sondern auch soziale Kompetenzen. Sie müssen zudem in der Lage sein, mit sehr heterogenen Schülergruppen umzugehen. Wichtig ist überdies, auch die Kollegien zu unterstützen, die sich um die Quereinsteiger kümmern müssen. Eine Stundenermäßigung für diese Aufgabe ist mehr als angebracht.