Rot-Rot-Grün

Mehr Geld für die Sportförderung ist eine gute Investition

Rot-Rot-Grün will mehr für die Sportförderung ausgeben. Eine gute Infrastruktur ist unabdingbar für Berlin, meint Andreas Abel.

Läufer beim Berlin-Marathon

Läufer beim Berlin-Marathon

Foto: Reto Klar

Wenn Rot-Rot-Grün Wort hält, brechen bessere Zeiten für den Berliner Sport an. Die künftige Regierungskoalition will nicht nur weitere Sportstätten schaffen und damit der wachsenden Stadt Rechnung tragen, sie will auch mehr Geld für den Breitensport bereitstellen und die Sportförderung unabhängiger als bisher von den stetig sinkenden Lottomitteln gestalten. Das wäre den vielen Vereinen zu wünschen, die mehrere wichtige Funktionen in dieser Stadt erfüllen.

620.000 Berliner sind in Sportvereinen organisiert. Mit ihrem Freizeitvergnügen tun sie etwas für ihre Gesundheit. Vereinssport ist darüber hinaus aber auch wichtig für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Er führt Menschen aus unterschiedlichen sozialen Milieus und unterschiedlichen Kulturen zusammen, er fördert Verständnis füreinander und die Integration von Zuwanderern. Und er beschert Erfolgserlebnisse und ein positives Lebensgefühl. Mag sein, dass das nicht immer und überall perfekt funktioniert, das sollte aber kein Grund sein, an der grundsätzlichen Förderungswürdigkeit dieses Bereichs zu zweifeln.

Dem Berliner Sport ist in den vergangenen Monaten viel zugemutet worden, und die Belastungen sind auch noch nicht zu Ende. Rund 60 Turnhallen wurden beschlagnahmt und zu Notunterkünften für Flüchtlinge gemacht. Eigentlich sollten bis zum Jahresende alle Hallen wieder freigezogen sein, doch bisher ist das erst bei einem guten Drittel der Fall. Das hat die betroffenen Vereine Mitglieder gekostet und gewachsene ehrenamtliche Strukturen zerstört. Eine ärgerliche Situation – für die Flüchtlinge, für Schulkinder, für Freizeit- und Leistungssportler. Doch die finanzielle „Wiedergutmachung“ ist nur ein Nebenaspekt. Eine gute Infrastruktur für Freizeitsportler, auch für die außerhalb von Vereinen, ist unabdingbares Qualitätsmerkmal einer attraktiven und lebenswerten Stadt. Das Geld wäre gut angelegt.