Wasserbetriebe

Der Preis für reines Wasser in Berlin

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Joachim Fahrun
Ein Tunnelgang auf dem Gelände des Wasserwerks der Berliner Wasserbetriebe an der Buddestraße in Berlin

Ein Tunnelgang auf dem Gelände des Wasserwerks der Berliner Wasserbetriebe an der Buddestraße in Berlin

Foto: Paul Zinken / dpa

Die Berliner Wasserbetriebe erhöhen ihre Investitionen, um Flüsse sauberer zu halten. Ein wichtiges Projekt, meint Joachim Fahrun.

Es kostet viel Geld, unsere Umwelt zu säubern, wenn sie erst mal durch alle möglichen menschengemachten Schadstoffe belastet ist. Ein Beleg dafür sind die immensen Ausgaben, die Berlins Wasserbetriebe stemmen müssen, um Phosphor aus dem Berliner Abwasser herauszufiltern. Es sind die Berliner Wasserkunden, die letztlich mit ihren knapp fünf Euro pro Kubikmeter verbrauchten Trinkwassers diese Investitionen finanzieren.

Immerhin, so scheint es, sind die Wasserpreise in Berlin auch nach der Rekommunalisierung der Wasserbetriebe so großzügig kalkuliert, dass zunächst weder die Tarife steigen müssen noch das Land Geld zuschießen soll. Bis 2019 sollen die Preise konstant bleiben. Was danach kommt, ist noch offen.

Das Wachstum der Stadt ist für die Wasserbetriebe mit ihren hohen Fixkosten aus Klärwerken, Wasserwerken und Kanälen ein Segen. Mehr Wasserkunden bedeuten höhere Einnahmen und damit finanziellen Spielraum, um Investitionen selber zu stemmen. Für weitere Tarifsenkungen, wie sie angesichts der immer noch üppigen Gewinne und Abführungen an den Finanzsenator immer wieder gefordert werden, gibt es jedoch wohl keinen Spielraum.

Die Vorgaben sind streng. Phosphor darf kaum noch aus Klärwerken in die Flüsse gelangen, Klärschlamm nicht mehr als Dünger auf die Felder. Berlin zahlt mit der zusätzlichen Reinigungsstufe für seine Klärwerke viel Geld, um das Flusssystem der Elbe und ihrer Zuflüsse Havel und Spree sowie der Seen sauberer zu machen. Nicht überall müssen Versorger eine höhere Abwasserqualität liefern.

Wo Flüsse schneller fließen oder die Landwirtschaft weniger Kunstdünger in die Gewässer gelangen lässt, müssen die Versorger auch nicht so viel investieren. Das ist merkwürdig an der neuen Wasserrahmenrichtlinie. Im Bestreben, den Nährstoffeintrag durch Phosphor zu senken, halten sich Bundesregierung und EU lieber an die Klärwerke und damit an die Wasserkunden. Die konventionelle Landwirtschaft, die das Problem mit verursacht, hat offenbar eine bessere Lobby.