Kommentar

Lehrerstreik in Berlin: Kommt endlich zusammen!

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Andreas Abel

Erneut wollen die angestellten Lehrer in Berlin streiken. In dem Tarifstreit bewegt sich seit Jahren kaum etwas, meint Andreas Abel.

Am 17. März werden die angestellten Lehrer streiken. „Schon wieder“, stöhnen manche Eltern, die sich über den Unterrichtsausfall ärgern und obendrein mühsam für eine Betreuung ihrer Kinder sorgen müssen.

Der letzte Streiktag liegt erst wenige Wochen zurück. Ein Unterschied ist allerdings zu erwarten: Es werden sich voraussichtlich viel mehr Lehrer beteiligen als die knapp 400, die Ende Januar in den Ausstand getreten waren.

Das Streikrecht ist ein hohes Gut in unserer Gesellschaft und natürlich ist es den Lehrern zunächst einmal nicht zu verdenken, dass sie es in Anspruch nehmen, um für eine bessere Bezahlung zu kämpfen. Auch die Position des Finanzsenators Matthias Kollatz-Ahnen (SPD), Tarifverhandlungen müssten auf der Ebene der Tarifgemeinschaft der Länder geführt werden und ein Alleingang Berlins komme nicht in Frage, ist grundsätzlich bedenkenswert.

Keine Suche nach einem Kompromiss

Allerdings ist nicht mehr nachzuvollziehen, dass sich in diesem Konflikt nichts bewegt. Seit Jahren wiederholen beide Seiten nahezu wortgleich ihre Argumente. Die Suche nach einer Alternative, nach einem Kompromiss, findet offenbar nicht statt. Stattdessen folgt ein Warnstreik auf den nächsten, stets begleitet von der Drohung der Gewerkschaft, deutliche Störungen des Schulbetriebs seien in Zukunft nicht auszuschließen.

Dabei ist der Senat schon einmal über seinen Schatten gesprungen und hat das Einstiegsgehalt angestellter Lehrer ordentlich angehoben. Das reicht aber nicht, denn nach einigen Jahren verdienen die angestellten Lehrer mehrere hundert Euro weniger pro Monat als ihre verbeamteten Kollegen. Auch die Landesregierung hat ein Interesse daran, dass Berlin als wachsende Stadt genügend gut ausgebildete Lehrer rekrutieren kann, die dann motiviert ihre wichtige Aufgabe angehen können.

Berlin ist eine attraktive Stadt, doch damit löst sich das Problem nicht von allein. Die sozialen Strukturen an vielen Schulen, bisweilen auch der Bauzustand oder schlichter Raummangel bürden Lehrern zusätzliche Probleme auf, die sie in anderen Bundesländern so oft nicht haben. Der Senat sollte also um Lehrer werben und sie nicht verprellen.