Kommentar

Der neue Krankenhausplan für Berlin kann sich sehen lassen

Der Krankenhausplan schreibt zahlreiche Qualitätskriterien verbindlich fest. Das kommt den Patienten zu Gute, meint Andreas Abel.

Eine Patientin in der Notaufnahme der Uniklinik Marzahn

Eine Patientin in der Notaufnahme der Uniklinik Marzahn

Foto: Amin Akhtar

Das hat es in Berlin lange nicht gegeben. Der Krankenhausplan 2016 ist zum offiziellen Zeitpunkt seines Inkrafttretens vom Senat verabschiedet und von den Abgeordneten zur Kenntnis genommen worden. Das sieht nach ordentlicher Vorbereitung aus, und tatsächlich läutete Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) diese bereits im Dezember 2012 ein.

Dazu wird das Planwerk gelobt, von Ärzten, vom Ärztekammerpräsidenten, von Krankenkassen. Entsprechend gelöst präsentierte es Czaja am Donnerstag den Medien. Schade nur, dass er nicht nur für Gesundheit, sondern eben auch für Soziales und damit die Flüchtlinge zuständig ist. Da geht so ein Erfolg derzeit leicht unter.

Der Krankenhausplan erlegt den Kliniken einiges auf, zahlreiche Qualitätskriterien wurden verbindlich festgeschrieben, vor allem für die Rettungsstellen. Das kommt den Patienten zu Gute, weil es die Versorgung verbessert. Werden nun im Gegenzug die Krankenhäuser über Gebühr belastet? Nicht wirklich, auch wenn die eine oder andere Maßnahme natürlich Geld kostet.

>>>Neuer Plan für mehr Qualität in Berlins Rettungsstellen<<<

Die Berliner Kliniken stehen aber im Gegensatz zur Lage im Bund finanziell gut da, rote Zahlen sind in der Hauptstadt die ganz große Ausnahme. Und obwohl die Versorgung von Patienten in Rettungsstellen wegen der geringen Vergütung ein Zuschussgeschäft darstellt, ist es für die Krankenhäuser wichtig, eine Notaufnahme anzubieten. Tun sie es nicht, müssen sie einen Abschlag von 50 Euro pro Fall im ganzen Haus hinnehmen.

Die Anzahl der Betten pro 1000 Einwohner ist in Berlin geringer als im Bundesdurchschnitt, die Auslastung hingegen höher. Auch das sorgt für Wirtschaftlichkeit. Die Opposition moniert nun, die Vorgaben seien nicht ausreichend. Natürlich kann man sich immer mehr vorstellen, aber jeder Insider weiß, wie schwer Reformen im Gesundheitswesen umzusetzen sind. Im Gegenzug zu den Ansprüchen investiert Berlin nun auch mehr in seine Kliniken. Auch hier kann man sich immer mehr wünschen. Dennoch: Der neue Krankenhausplan kann sich sehen lassen.