Wetter-Phänomen

Gefahr im Frühling: Was es mit den Eisheiligen auf sich hat

Orientiert euch an den Eisheiligen – diese uralte Bauernregel ist nach wie vor aktuell. Und es gibt einen guten Tipp für Hobbygärtner.

Eisheilige: Das müssen Gärtner beachten

Mitte Mai wird es oft nochmal richtig frostig. Die Eisheiligen sind eine Gefahr für Pflanzen. Im Video gibt es Tipps, damit die Aussaat gelingt.

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  • An 11. Mai beginnen die „Eisheiligen“
  • Verschiedene Bauernregeln geben mit Bezug zu den Eisheiligen Tipps zur Saat im Frühling
  • Was es Hobby-Gärtner wissen sollten

Berlin. Der Tod kommt nach einem lauen Frühlingstag: Oft fallen nachts die Temperaturen in diesen Tagen doch noch einmal in den Minusbereich. Das schadet vielen Pflanzen auf Balkon, der Terrasse und im Garten. Man spricht hier von Spätfrösten – oder auch Frühlingsfrösten.

So beschreibt der Deutsche Wetterdienst (DWD) jenen Frost, der nach Beginn der Vegetationsperiode auftritt. Dieses späte Auftreten macht ihn so gefährlich: Denn die Pflanzen im Garten treiben nun schon von der Frühlingssonne angeregt aus, manches blüht sogar schon. Daher können Spätfröste laut DWD insbesondere im Obst-, Gemüse- und Weinbau Schäden verursachen.

Spätfröste oder Frühlingsfröste: Was tun im Garten?

Für Hobbygärtner heißt das: Frostempfindliche Pflanzen, gerade viele Gemüsesorten, werden am besten erst nach der möglichen Spätfrostphase in den Gartenboden gesetzt. Und kälteempfindliche Topfpflanzen, die den Winter im Haus eingelagert waren, werden nur dann schon ins Freie getragen, wenn es warm genug ist.

Das heißt: Die Temperaturen sollten dauerhaft über zehn Grad liegen. Und wenn dann doch noch mal wieder eine frostige Nacht droht, sollte das Grün wieder ins Haus geholt oder mit einem Vlies über Nacht warm eingepackt werden.

Tipps für den Garten

Wann sind die Eisheiligen?

Die sogenannten Eisheiligen markieren traditionell das Ende der Spätfrost-Gefahr in Deutschland. Das sind die Gedenktage zu Ehren einiger Heiliger im Mai, nach denen statistisch betrachtet Minusgrade kaum noch vorkommen.

  • In Norddeutschland gelten Mamertus, Pankratius und Servatius (11. bis 13. Mai) als Eisheilige.
  • Im Süden und Südosten des Landes werden neben Pankratius und Servatius auch Bonifatius (14. Mai) und die „Kalte Sofia“ (15. Mai) dazu gezählt.

Um sie herum wurden in der Vergangenheit zahlreiche Bauernregeln überliefert, die die Gartenregel festhalten: „Pflanze nie vor der kalten Sophie“ oder „Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder“. Und besonders schön: „Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost“.

Was bedeuten die Eisheiligen für Tomaten und Co.?

Spätestens nach den Eisheiligen können die kleinen, auf der Fensterbank vorgezogenen Gemüse- und Blühpflanzen ins Beet und in den Balkonkasten kommen. Außerdem können zum Beispiel Gurken und anderes Gemüse direkt ins Beet gesät werden. Alle gekauften, nicht winterharten Kräuter sowie Dahlienknollen und weitere Blühpflanzen werden ausgepflanzt. Und Kübelpflanzen kommen nun endgültig aus dem Winterlager ins Freie.

Eisheilige vorbei – wann kommt die Schafskälte 2020?

Aber es zeigt sich immer wieder auch: Die Gedenktage sind nur eine grobe Orientierungshilfe. Nicht jedes Jahr bringt noch Spätfröste bis Mitte Mai – in den vergangenen Jahren blieben sie oft ganz aus. Zudem gibt es heute wissenschaftlich ausgeklügelte Wettervorhersagen, auf die sich Gartenbesitzer besser verlassen können. 2020 machten die Eisheiligen allerdings ihrem Namen alle Ehre.

Wer glaubt, dass mit den Eisheiligen der vorerst letzte ungemütliche Kälteeinbruch überstanden ist, hat seine Rechnung ohne die sogenannte Schafskälte gemacht. Mitte Juni kommt es in Mitteleuropa in der Regel zu einem kurzen Kälterückfall, der durch Polarluft ausgelöst wird, wie der DWD schreibt. Der Zeitraum für die Schafskälte ist meistens um den 11. Juni herum am wahrscheinlichsten.

(dpa/phb/raer)