Badezimmer

Duschköpfe: So holt man sich ein bisschen Wellness ins Bad

Vieles ist Spielerei, einige Brauseköpfe neueren Typs überzeugen aber auch, vor allem wenn sie dem sparsamen Wasserverbrauch dienen.

Entspanntes Duschvergnügen versprechen Brauseköpfe mit weichem, breitem Wasserstrahl

Entspanntes Duschvergnügen versprechen Brauseköpfe mit weichem, breitem Wasserstrahl

Foto: Hansgrohe AG / picture alliance / dpa-tmn

Hamburg.  Ein schickes, modernes Bad hätten viele gern – wären da nicht die hohen Kosten und der große Aufwand. So gönnen sich die Deutschen im Durchschnitt seltener als alle 20 Jahre ein neues Bad, wie Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft in Bonn, berichtet. Armaturen und Brauseschläuche werden hingegen oft ausgetauscht.

Vor allem bei den Duschköpfen hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan, auch weil sie schon zu etwas täglicher Wellness im Bad verhelfen. Duschköpfe mit flexibler Einstellung des Strahls können beispielsweise massieren oder sich in einem Schwall verteilen, wie man es von Düsen aus manchem Schwimmbad kennt. Dann gibt es Einstellungen, unter denen der Wasserstrahl wie ein sanfter Regenschauer oder ein Platzregen wirkt.

Einstellen lassen sich die Funktionen oft per Tastendruck anstatt durch Drehen. „Bei nassen, glitschigen Händen ist das sehr praktisch“, sagt Martin Henrich von Aqua Cultura, einer Vereinigung von Badeinrichtern in Bonn. Solche Brauseköpfe gebe es schon ab 50 bis 150 Euro. Badplanerin und Ratgeberautorin Andrea Stark aus Köln hat allerdings die Erfahrung gemacht, dass ein verstellbarer Strahl den Kunden nicht ganz so wichtig ist. Wischmann sieht das anders: Für ihn sind Duschen mit Massagefunktion das große Thema. „Die Leute waren im Hotel und überlegen danach: Was hat mir dort im Spa-Bereich gefallen, was könnte ich auch zu Hause machen?“

Lichttherapie entfaltet nur im Gesamtpaket ihre Wirkung

Fest angebrachte Seitenbrausen sind nach Einschätzung von Badplanerin Stark kein Thema mehr. „Die waren vor 20 Jahren ein Riesenhit, jetzt nicht mehr“, sagt auch Henrich. Ihr großer Nachteil sei die richtige Höhe in der Kabine – schon bei zwei unterschiedlich großen Benutzern sei das ein Pro­blem. „Wenn man sich punktuell massieren will, ist eine Handbrause viel besser geeignet.“

Relativ neu auf dem Markt sind programmierbare Lichtinstallationen und Musikszenarien in der Dusche. Es gibt auch Auslässe für Duftmischungen und Dampf sowie Liegeduschen. All das ist aber kostspielig: „Leicht kommt man auf 40.000 bis 50.000 Euro“, so Henrich. Manche Funktionen am Duschkopf seien eher nette Spielerei ohne wirklichen Nutzen: „Lichttherapie kann nur im Gesamtpaket ihre Wirkung entfalten.“ Am einfachsten austauschen lässt sich die Handbrause, die nach einhelliger Expertenansicht weiter unverzichtbar ist. Daran habe auch der Trend zur Kopfbrause nichts geändert, sagt Henrich.

Bei der Auswahl der Handbrause sei den Kunden ein modernes Design deutlich wichtiger als die Funktionen, so die Erfahrung von Andrea Stark. „In den letzten Jahren sind deshalb vor allem dezente Stabhandbrausen beliebt.“ Als Ergänzung zur Regendusche reichten sie oft aus, man könne sie auch als Gussschlauch für Kneipp-Wechselduschen benutzen. Vorherrschend sei bei Handbrausen weiter das klassische runde Design mit einem Durchmesser von zwölf Zentimetern, sagt Henrich. Gern aus verchromtem Kunststoff. Dieser sei leicht sowie sicher, wenn die Brause einmal herunterfällt und den Fuß oder den Duschboden trifft.

Kunden kommt es auf die Nachhaltigkeit an

Wischmann rät zu Brauseköpfen mit eigener Kalklösungsfunktion. Die sei vor allem bei den oft hoch oben an der Decke angebrachten Regenbrausen sehr hilfreich, sagt Badplanerin Stark. Silikon-Noppen an den Düsen, an denen getrockneter Kalk einfach abspringe, seien inzwischen Standard.

Außer Gesundheit ist vielen Kunden auch Nachhaltigkeit ein Anliegen, speziell das Wassersparen, erklärt Martin Henrich. Seit rund zehn Jahren seien Brauseköpfe auf dem Markt, die durch das Beimischen von Luft in den Strahl weniger Wasser benötigten. Viele Brausen enthalten nach Angaben des Fachverbands Armaturen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau inzwischen serienmäßig einen Durchflussbegrenzer. Und zum Nachrüsten gibt es Mengenregler.