Morgenpost-Menü

Peer Kusmagk lädt in sein Restaurant „La Raclette“

Jeden Monat nimmt ein Gastronom Berlins am Morgenpost-Menü statt. Im März freut sich Moderator Peer Kusmagk über Gäste.

Moderator, Schauspieler und Restaurateur Peer Kusmagk (M.) mit seinem Team, Küchenchef  Gregor Pielsticker (l.) und Restaurantleiter Daniel Radon

Moderator, Schauspieler und Restaurateur Peer Kusmagk (M.) mit seinem Team, Küchenchef Gregor Pielsticker (l.) und Restaurantleiter Daniel Radon

Foto: Amin Akhtar

„Je t’aime“, haucht Jane Birkin. Sie steigert sich, wird lauter. „Oh, mon amour.“ Brigitte Bardot, ihre Vorgängerin, Ex-Gespielin Serge Gainsbourgs – und Ex-Sängerin des Liedes –, schaut herab. An nacktem Backstein, in einen schwarz getünchten Rahmen gefasst, klemmt sie an der Wand. Lasziv geöffnet die Lippen, doch regungslos. Das Feuer im Kamin gegenüber ihres Porträts knistert, warm ist der kleine Raum voll Stein, Stuck und Holz. „Oui, je t’aime“, legt Birkin nach.

„Ja, alles nur für Euch“, sagt Peer Kusmagk, der auf der Schwelle zum hinteren Raum erschienen ist. Dann lacht er und springt die zwei Stufen zum Gastraum hinunter. „Willkommen in meinem Stück Frankreich in Kreuzberg.“ Wie wir es denn gern hätten, will er wissen. Erst gucken, dann essen?

Peer Kusmagk lädt die Leser der Morgenpost im März in sein Restaurant „La Raclette“. Französisch, klein und fein, so soll es sein. Vor zehn Jahren, im Januar 2006, hat Kusmagk das Restaurant an der Lausitzer Straße eröffnet. Ein Bistro, welches ihn, Schauspieler, Radio-Moderator, Hobby-Koch und Dschungelkönig, an seine Zeit in Frankreich erinnert, wie er sagt. Vier Jahre sei er nach seinem Abitur durch das Land gereist. Was er dort gemacht hat? „Gelebt“, sagt Peer Kusmagk.

Er serviert das Amuse Gueule. Ein Salat von der Topinamburwurzel mit Quitten. Auf einer Legoplatte hat Küchenchef Gregor Pielsticker einen Teil der von Kusmagk freiwilligen Zugabe zum Menü geliert. Unter Frisée-Salat mit Quitten-Senf-Essig-Dressing, Topinamburpüree und -scheiben sowie zwei in Läuterzucker mit Tonkabohne gekochte Quittenbällchen liegt ein durchlöchertes Blatt von Quittengelee. Es bietet dem frischen und knackigen Start des Menüs eine leicht fruchtige Basis.

Ebenfalls leicht, jedoch voller Frucht schmeckt der erste Wein, den Restaurantleiter Daniel Radon zum ersten Gang, einer auf den Punkt gegarten Jakobsmuschel mit Maronen, Trüffelkartoffel und Kerbelwurzel, serviert. Einen Cersius Blanc 2014 von Alma Cersius aus dem Languedoc, Sauvignon Blanc, Chardonnay und Viognier.

Es folgt, zur intensiv duftenden Blätterteigpastete mit Pilzen und Maronen, ein Petit Bourgeois 2014er Rosé de Pinot Noir. Zum dritten Gang, mit Gänsestopfleber gefüllte Brust vom Perlhuhn sowie zarter Keule des hochwertigen Produkts, bietet er, für den harmonischen Übergang, einen Pinot Noir Grand C 2014 von Joseph Cattin aus dem Elsass, voll schwarzer Kirsche.

Und zum Hauptgang, Lamm mit Falafel „Kreuzberger Art“, einen Fortin Pleasance 2012 von Cheval Quancard, aus dem Saint-Émilion.

„Mein absoluter Lieblingswein“, sagt Peer Kusmagk zum 80 Prozent Merlot und 20 Prozent Cabernet Sauvignon-Finale aus dem Bordeaux. „Wir wollen mit Euch eine vernünftige Reise durch Frankreich machen“, sagt Daniel Radon.

Zum Abschluss, dem Dessert aus Crème Brûlée, Mousse au Chocolat und einer noch herrlich warmen Tarte Tatin, hält er eine Chateau Jolys Jurancon „Cuvée Jean“ von 2010 parat.

Daniel Radon arbeitet seit 2015 bei Peer Kusmagk. Ebenfalls noch neu ist der Küchenchef des Hauses: Gregor Pielsticker, den sich Kusmagk aus dem Zwei-Sternerestaurant „Le Taillevent“ in Paris geholt hat. Pielsticker wollte zurück nach Deutschland, hätte ins „Adlon“ oder „Soho House“ gehen können – und hat sich für das „La Raclette“ entschieden. „Ich wollte mein eigenes Ding machen, tun, was mir Spaß macht“, sagt Pielsticker.

Spaß macht Kusmagks Restaurant auch Stammgästen wie Thomas Gottschalk, Gregor Gysi, Klaus Wowereit, Meret Becker oder neuerdings Bundespräsident Joachim Gauck. Nicht zuletzt, weil auch der Inhaber regelmäßig selbst für Charme und fließend Französisch sorgt. Eine Überraschung habe er auch noch für uns, sagt er. Ab dem ersten Tag des Morgenpost-Menüs solle sein Restaurant den Zusatz „La Provence“ tragen. Damit selbst Unwissende erfahren, dass es hier nicht nur Käse gebe. „Tout pour vous“, sagt Peer Kusmagk und grinst, „alles nur für Euch.“

Zu Tisch

Das Menü: Fünf Gänge, fünf Weine und ein Kaffeegetränk für 69,90 Euro gibt es von montags bis sonntags um 17.30 Uhr oder um 20.30 Uhr vom 1. bis 31. März im „La Raclette La Provence“ an der Lausitzer Straße 34 in Kreuzberg. Zu reservieren, so lange die Plätze reichen, Tel.: 61 28 71 21.

Der Gewinn: Wir verlosen drei mal zwei Morgenpost-Menüs in den Ausgaben von AboExklusiv am 6. und am 20. März 2016.