Männermode im Wandel

Broken Suits und die schicken Jogpants

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Kurze Chinohosen lassen sich in diesem Sommer sogar zum Sakko tragen. Dockers hat dieses Beispiel in den angesagten Erdtönen im Programm (ca. 50 Euro).

Kurze Chinohosen lassen sich in diesem Sommer sogar zum Sakko tragen. Dockers hat dieses Beispiel in den angesagten Erdtönen im Programm (ca. 50 Euro).

Foto: dpa

Klassische Elemente der Männermode verändern sich. Der übliche Anzug ist out, die Grenzen von Business- und Streetwear verschwimmen - das sind die Trends für das Frühjahr und den Sommer 2021.

Köln. Wenn all die Anzugträger irgendwann in ihre Büros zurückkehren, muss nicht gleich alles anders sein - aber es kann. Die Zeit im Homeoffice könnte nach Ansicht von Trendexperten die Mode nachhaltig verändert haben.

Die Zeit der klassischen, farblich einheitlichen Anzüge nämlich ist vorbei - ausgenommen natürlich, der strenge Arbeitgeber setzt weiterhin darauf. Denn im Trend ist unter anderem der "broken suit", zu Deutsch der gebrochene Anzug. Damit wird eine Kombination bezeichnet, bei der Hose und Jackett je unterschiedliche Farben haben.

Das einfach weiße T-Shirt bleibt im Trend

Und überhaupt: "Wenn Anzug, dann mit Jersey oder Stretchkomfort und in Kombination mit T-Shirt oder Hoodie - oder gleich beidem", schreibt das Deutsche Mode-Institut in seinem Trendbericht für den Sommer 2021. Und im Sommer trägt man zum Blazer die verkürzte Hose.

Im Detail heißt das, die Designer setzen nun gerne andere Materialien ein: sanfter Jersey, Chino-Qualitäten, Denim, Seersucker und Powerstretch. Und das weiße T-Shirt wird weiterhin einen Hype erleben - ja, das einfache weiße T-Shirt ohne Logo und sonstigen Schnickschnack. Alternativ ist das Polohemd angesagt, wer es dann doch schicker mag, greift zum einfachen weißen Hemd.

Für alle, die nicht Anzug tragen müssen, ist Workwear ein modisches Thema. "Angelehnt an die Art von Arbeitskleidung, die einst von bodenständigen Typen wie Seeleuten, Farmern, Stahlarbeitern und Holzfällern getragen wurde", berichtet Andreas Rose, Modeberater aus Frankfurt.

Die Mischung machts

Die neuen "relaxed Workwear-Outfits" wie Cargohosen, Overshirts und Fieldjackets und sogar Anglerwesten seien ein fester Bestandteil der sommerlichen Herrenbekleidung. Und natürlich auch Denim. "Komplettiert wird der Look von grundsoliden klassischen Arbeitsschuhen", so Rose.

Doch das ist längst nicht alles: "Die Grenzen zwischen Business, Sports- und Streetwear sowie Tailoring verschwimmen endgültig", so das Deutsche Mode-Institut weiter. Es ist also egal, ob man sich nun mit schicken, sportlichen oder lässigen Elementen kleidet - irgendwie vermischt sich gerade sowieso alles.

Diese Entwicklung ist nicht neu. Schon seit einigen Saisons wird die klassische Mode immer sportlicher - oder anders gesagt, die typische Sportmode wird nicht mehr nur zum Sport oder im Fall der Jogginghose auf der Couch getragen. Sie darf raus und sich mit etwas Chic sogar im Arbeitsleben sehen lassen.

Jogpants sind lässig - aber nicht nachlässig

Dieser Trend verstärkt sich nun dank Lockdown, Homeoffice und dem neuen Gefühl für mehr Gemütlichkeit und Lässigkeit. Das Mode-Institut spricht von einem "extrem tragbareren Casual Chic".

Trotzdem: "Die neuen key pieces wirken entspannt lässig, aber nicht nachlässig", heißt es im dem Trendbericht weiter. Wir sprechen also nicht vom Gammellook, den man einst der Jogginghosen zusprach. Stattdessen heißt sie nun "Jogpant" und besteht aus hochwertigen Materialien. Dazu passt auch eines der Must-haves der Saison für Modeberater Andreas Rose: Die Palazzohosen mit hohem Bund und weitem Bein.

Die Farben der Männermode sind an der Natur orientiert - neben vor allem Weiß und Beige wird die Männermode Erdtöne tragen, "aufgefrischt von Akzenten in Pistazie, Hellgelb und Türkis", so das Mode-Institut.

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