Very british

Robbie Williams präsentiert in Berlin Britpop zum Anziehen

Der Sänger stellte seine neue Modelinie Farrell im KaDeWe vor – klassisch, elegant und very britisch. Bisher leider nur für Männer.

Foto: Paul Zinken / dpa

Als Sänger ist Robbie Williams seit Jahren erfolgreich in einer Boyband und als Solokünstler unterwegs. Auch privat scheint der Brite mit Frau und Kind angekommen zu sein. Höchste Zeit also für ein neues Projekt, dachte er sich offenbar.

Das Ergebnis präsentierte der 39-Jährige am Dienstagabend in Form seiner Modelinie "Farrell" in Berlin, im KaDeWe am Tauentzien. Zu sehen gab es dort – neben ihm persönlich – Männermode im klassisch-britischen Retro-Chic. "Der Glamour ist uns in Tagen von Reality-Show-Sternchen etwas abhanden gekommen", sagte Robbie Williams. Seine Kleidung sei deshalb eine Reminiszenz an Zeiten, "in denen Stars noch echte Stars waren" – und eine Hommage an seinen Großvater Jack Farrell, nach dem er sein Label benannt hat.

Sein Ziel sei es, "Mode in hoher Qualität zu erschwinglichen Preisen zu schaffen", erklärte der Brite. Gleichzeitig gab er zu, an den tatsächlichen Entwürfen nur bedingt beteiligt gewesen zu sein. Er sehe sich vielmehr als Co-Schöpfer: "Ich werde nicht lügen, ich bin kein Designer. Aber ich weiß, was mir gefällt. Bei 'Farrell' passiert nichts, ohne dass ich 'ja' oder 'nein' dazu sage."

Im Frühjahr/Sommer 2013 können zunächst nur männliche Modefans die Kleidung kaufen. Eine Kollektion für Frauen sei aber in Planung. Als Muse diene ihm dabei seine Frau, verriet Robbie Williams. "Sie hat einen tollen Körper und ihr Charakter ist auch nicht übel", scherzte er. Seine Tochter Teddy könne ihn zudem bald zu einer Linie für Kinder inspirieren. "Der schönste Moment des Tages ist für mich, wenn ich ihre Windeln wechsle", schwärmte er.

Robbie Williams ist nicht der erste Prominente, der sich neben einer Karriere im Showbusiness der Mode zugewandt hat. Trendforscher Peter Wippermann sagt: "Für die Kunden ist der besondere Kaufanreiz, dass sie das Gefühl haben, die Aura des Prominenten zu übernehmen, das Image zu kopieren." Im Fall von Robbie Williams und "Farrell" ist diese Aura auf jeden Fall "very british".

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.