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Sternekoch Thomas Kammeier verlässt das „Hugos“

1999 erkochte Thomas Kammeier den ersten Michelin-Stern für das Restaurant im „Hotel Intercontinental“. Jetzt hat er gekündigt – und verspricht: „Ich bleibe in Berlin.“

Foto: Amin Akhtar

Ganz wunderbar gehe es ihm mit seiner Kündigung. Es ist Freitagnachmittag und Thomas Kammeier gut gelaunt. Ein Dreivierteljahr hat sich der Sternekoch des „Hugos“ im „Hotel Intercontinental“ mit der Entscheidung, das Haus zu verlassen, Zeit gelassen. Vor Kurzem hat er nun endgültig beschlossen zu gehen. Und seinen jahrelang gehaltenen Michelin-Stern aufzugeben. Am 30. Juni 2015 wird sein letzter Arbeitstag sein. „Die Zeit war da“, sagt Thomas Kammeier.

Seit fast 20 Jahren wirkte Kammeier an der Budapester Straße. Zunächst noch im „Zum Hugenotten“, dem damals im Erdgeschoss untergebrachten Restaurant. 2003 zog Kammeier mit diesem in den 14. Stock, bereits 1999 hatte er die Auszeichnung des Michelin für das „Intercontinental“ geholt. Bis heute trägt das „Hugos“ einen Stern, 17 Punkte im Gault Millau und drei „F“ des „Feinschmecker“. Drei Mal wurde Kammeier als Berliner Meisterkoch von Berlin Partner ausgezeichnet.

Sein Nachfolger wird sein Sous Chef: Eberhard Lange, der seit 1998 an der Seite von Kammeier wirkt. Zuvor hat der heute 47-Jährige unter anderem im „Vau“ bei Sternekoch Kolja Kleeberg gearbeitet.

„Das ist genau die richtige Entscheidung“, sagt Thomas Kammeier über seinen Nachfolger. Er selbst habe ihn „ins Spiel gebracht“. Der Direktor des Hotels, Robert Herr, bedankte sich noch am Freitagabend bei Kammeier für „die langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit“.

Warum für die Testphase der Restaurantführer ein denkbar schlechter Zeitpunkt für den Wechsel gewählt worden ist, blieb offen. Kammeier hätte eine schnellere Übergabe an seinen Nachfolger befürwortet. Um ihm – und auch sich – die Chance auf einen noch dieses Jahr erneut erkochten Stern zu wahren. Verraten, wo er ab Juli arbeiten wird, wollte Kammeier am Freitag noch nicht. „Aber eins steht fest: Ich bleibe in Berlin.“

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