Abseits der Fashion Week

Berlin rockt - findet Michael Michalsky

Michael Michalsky zeigt seine Mode mit Lala Berlin und Kaviar Gauche im Friedrichstadtpalast. Er geht auf der Fashion Week eigene Wege - Die "StyleNite gehört nicht zum offiziellen Programm. Morgenpost Online sprach mit dem Berliner Designer.

Foto: Michalsky

Die Fashion Week in der Wintersaison ist traditionell ruhiger als die im Sommer – aber bislang vermissen einige Besucher die Höhepunkte. Es wird mehr über die Show von Newcomer Sam Frenzel geredet, als über die der größeren Marken. Einer, dessen Mode-Party-Inszenierungen es längst zu einer gewissen Berühmtheit gebracht haben, ist Designer Michael Michalsky. Er erklärt Alexandra Maschewski, gewohnt selbstbewusst, seine „StyleNite“ – die nicht zum offiziellen Schauenplan gehört.

Morgenpost Online: Herr Michalsky, wie kamen Sie auf die Idee, die „Michalsky StyleNite“ zu veranstalten und warum mit Lala Berlin und Kaviar Gauche?

Michael Michalsky: Die Idee kam mir, als ich einen Artikel im Magazin „Achtung“ las. Dort stand: „Berlin really is a new sort of fashion capital, unlike any others.“ Und schon war die Idee zu einer Fashion-Veranstaltung geboren, wie es sie noch nie gegeben hat. Denn noch nie hat ein Designer seine Fashion-Show für andere Label geöffnet. Kaviar Gauche, Lala Berlin und Michalsky sind die bekanntesten Labels der neuen Generation junger, deutsche Designer. Und sie sind alle aus Berlin. Obendrein unterscheiden sich die Kollektionen sehr stark, jede Marke hat ihre eigene Position und Aussage.

Morgenpost Online: Was sind die Vorteile einer gemeinsamen Veranstaltung?

Michael Michalsky: Die „StyleNite“ ist der Versuch, den Besuchern mehr zu bieten als die übliche Catwalk-Viertelstunde. Wir wollen mehr Substanz und mehr Qualität. Einen Abend, der auch Raum gibt für Gespräche, den Austausch, Inspirationen und mehr Nähe zum Produkt. Fashion-Shows sind Branchenveranstaltungen, auf denen sich Einkäufer, Hersteller, Ladenbesitzer und Lieferanten treffen. Diese Leute haben sonst nie die Gelegenheit, mit den Designern selbst zu sprechen. Aber das ganze Jahr über verkaufen sie deren Produkte.

Morgenpost Online: Eine häufig gehörte Reaktion: Die wollen bestimmt sparen…

Michael Michalsky: Schön wär's. Wir wollen und müssen natürlich aufs Geld achten. Aber nicht, indem wir eine dreimal so große Veranstaltung machen wie bisher. Die StyleNite ist ein großes Investment und kostet viel mehr als meine bisherigen Shows. Man braucht nur die Details zu betrachten. Drei Labels sind zu koordinieren, zwei Presse-Agenturen arbeiten zusammen, drei Shows mit Musik, Catwalk und allem drum und dran. Die Liste könnte ich ewig fortsetzen... Aber der Aufwand wird es wert sein.

Morgenpost Online: Warum wieder der Friedrichstadtpalast?

Michael Michalsky: Unsere letzte Show dort war ein großer Erfolg, und die Besucher haben sich wohl gefühlt. Deshalb habe ich zum ersten Mal entschieden, eine Location zweimal hintereinander zu nutzen. Die drei bekanntesten Labels, gemeinsam an einem Abend, gemeinsam auf der größten Theaterbühne der Welt - der Versuchung konnte ich nicht widerstehen.

Morgenpost Online: Wir war die Reaktion der Einkäufer und der Presse?

Michael Michalsky: Sehr positiv. Alle sind natürlich äußerst gespannt, und die ganze Welt will kommen. Schon am ersten Tag nach dem Versand der Einladungen hatten wir über 300 feste Anmeldungen. Die Warteliste wird immer länger und manche Leute stellen die verrücktesten Sachen an, um noch eine Karte zu bekommen. Wir mussten die Pressetribüne vergrößern, weil sich so viele Fotografen und TV-Teams angemeldet haben.

Morgenpost Online: Was entgegnen Sie Kritikern, die sagen, markenpolitisch sei „drei in einem“ eine heikle Entscheidung?

Michael Michalsky: Keine Sorge, meine Mode überzeugt auf dem Catwalk. Und zwar unabhängig davon, welches Label davor oder dahinter zeigt. Doch als einer der bekanntesten deutschen Designer fühle ich mich auch der Branche verpflichtet. Nur wenn Berlin als Modestandort Erfolg hat, profitieren die Labels der Stadt. Und mit ihnen alle Menschen, die in unserer Branche arbeiten. Die StyleNite ist mein Beitrag, die Attraktivität der Berlin Fashion Week zu erhöhen.

Morgenpost Online: Wie hat man sich den Ablauf des Abends vorzustellen?

Michael Michalsky: Lala Berlin wird den Abend mit ihrer Fashion-Show eröffnen. Nach einer Pause folgt die Kaviar-Gauche-Show. Danach der erste Music-Act, die Newcomer-Band Hurts aus England. Gegen 22.30Uhr kommt dann meine Show. Ihr folgt der Auftritt von Spandau Ballet, worüber ich mich sehr freue. Die StyleNite wird beendet von der Aftershow-Party.

Morgenpost Online: Sie legen ja immer viel Wert auf das Rahmenprogramm.

Michael Michalsky: Beide Live Music-Acts kommen aus England. Hurts ist eine sehr beachtete Newcomer-Band. Und ich hoffe, dass sie ähnlich erfolgreich werden wie Lady Gaga, die auch schon auf meiner Show gespielt hat, als sie noch kein Weltstar war. Über Spandau Ballet muss ich nichts erzählen. Sie waren die Fashion-Band der 80er und haben gerade ein Comeback. Und es gibt natürlich die Aftershow-Party mit Musik von DJ Hell, der immer bei mir auflegt.

Morgenpost Online: Wie beurteilen Sie den diesjährigen Schauenplan insgesamt?

Michael Michalsky: Es gibt wieder einige interessante Labels zu sehen. Kilian Kerner zum Beispiel. Auch Frida Weyer ist interessant. Sie verkauft gerade Ihre neue Kollektion in unserem Laden, der Michalsky Gallery am Potsdamer Platz.

Morgenpost Online: Schauen Sie sich etwas an?

Michael Michalsky: Leider habe ich niemals Zeit, andere Shows zu besuchen, denn meine Show ist immer Freitagabend. Die Tage davor sind Horror. Fitting, Interviews, Casting, Showproben und die Aufregung, ob alles klappt. Aber ich bin sicher, die Fashion Week wird wieder ein Erfolg. Berlin rockt.

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