Silvester

Berlin feiert am Brandenburger Tor ins neue Jahr 2013

Willkommen 2013: Hunderttausende aus aller Welt haben den Jahreswechsel in Berlin auf einer großen Party am Brandenburger Tor gefeiert.

Ein rauschender Start ins neue Jahr: Auf Deutschlands größter Silvesterparty in Berlin feierten nach Veranstalterangaben mehr als eine Million Menschen zum farbenfrohen Feuerwerk. Mehr als 6000 Raketen stiegen in Berlin in den mitternächtlichen Himmel.

Zu den Klängen von "Go West" der Pet Shop Boys gab es Mitternachtsküsse, Anstoßen und Umarmungen. Den Countdown gab es dann im "Gangnam-Style" – die Feierwütigen hüpften vor historischer Kulisse den Kulttanz des zu Ende gehenden Jahres 2012. Die Partygäste, die bei milden Temperaturen vielfach mit bunten Hüten und Tiermützen gekommen waren, hatten sich an einem inoffiziellen Weltrekord versucht.

"Dancemob" im Gangnam-Style

In einem "Dancemob" tanzten sie zur Musik des südkoreanischen Rappers Psy, den schon Heidi Klum, Ai Weiwei und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nachahmten. Bei den Menschenmassen vor der Bühne allerdings wurden Tanzschritte schwierig. Psy selbst war nicht in Berlin, er trat auf der Silvesterfeier am Times Square in New York auf.

Bereits vor Stunden hatten Besucher aus aller Welt die Straße zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule in eine riesige Disco verwandelt. Entlang der Stände und Imbissbuden auf der Straße des 17. Juni waren am frühen Abend vor allem Familien mit Kindern entlangspaziert. Ein Feuerwerk für die Jüngsten gab es in diesem Jahr allerdings nicht.

Ausgelassen tanzten und sangen die Partygäste zu den Songs von Eurovision-Songcontest-Gewinnerin Loreen, Partykönig Jürgen Drews oder Soul- und Popsängerin Oceana. Sieben Großleinwände auf der Partymeile zeigten das Konzert vor dem Brandenburger Tor.

Ab 21.45 Uhr hatte das wohl bekannteste Moderatorenduo des Jahres das Steuer am Silvesterabend übernommen. Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf moderierten gemeinsam mit Mirjam Weichselbraun live für das ZDF vom Brandenburger Tor.

Feuerwerk Höhepunkt der Party

Die Veranstalter hatten für die berühmteste Silvesterfeier Deutschlands eine eindrucksvolle Kulisse geschaffen: Gewaltige Lichtkegel strahlten in den Himmel über der Hauptstadt, Scheinwerfer wippten im Takt der Musik. Zehn Minuten leuchtete und knallte das Feuerwerk.

Die Berliner Megaparty zum Jahreswechsel hat Tradition. An Silvester 1989 fielen sich Menschen aus Ost und West am geöffneten Brandenburger Tor in die Arme und feierten die Wende.

Zwei Stunden vor Mitternacht hatte die etwa zwei Kilometer lange Partymeile ihr Limit erreicht. Wie die Feuerwehr um 22 Uhr mitteilte, wurden die Zugänge wegen Überfüllung geschlossen. Vor der Hauptbühne gab es bereits vorher so gut wie kein Durchkommen mehr. "Ihr müsst die Leute hier rausholen", rief eine Frau dem Sicherheitspersonal zu.

Eingänge geschlossen

Die Eingänge am Brandenburger Tor waren bereits gegen 21 Uhr geschlossen worden. Man könne von einer fast 100-prozentigen Auslastung sprechen, sagte ein Polizeisprecher in der letzten Stunde vor Mitternacht. Mehrere Eingänge und Durchschlagstellen waren bereits vor Stunden gesperrt worden.

Polizei und Rettungskräfte hatten sich auf eine lange Nacht eingestellt. Die Polizei war mit insgesamt 750 Einsatzkräften vor Ort, hieß es seitens der Behörde. Laut einem Sprecher der Polizei gab es auf der Party nur kleinere Vorkommnisse.

332 Party-Gäste wurden allerdings von Sanitätern betreut; 24 von ihnen kamen nach Angaben der Feuerwehr in Krankenhäuser – weniger als halb so viel wie im Jahr zuvor. Damals waren es 70. Helfer des Roten Kreuzes mussten den Organisatoren zufolge 174 mal einspringen.

Auch sonst habe es in Berlin nur geringe Zwischenfälle gegeben, sagte die Polizei. Insgesamt sei es ein ruhiges Silvester gewesen.

Wie die Feuerwehr über Facebook mitteilte, übernahm die Koordinierung aller Einsätze im Stadtgebiet die Leitstelle mit insgesamt 57 Mitarbeitern. Erstmalig seien alle Notrufannahmeplätze besetzt.

Feuerwehr im Dauereinsatz

Nach Mitternacht häuften sich in Berlin die Einsätze für die Feuerwehr. Die Behörde berichtete auf dem sozialen Netzwerk um 0.40 Uhr von mehr als 200 laufenden Einsätzen. Darunter gab es offenbar auch Schwerverletzte. In Friedrichshain musste eine Person ins Krankenhaus gebracht werden, weil sie sich einen Finger und einen Daumen abgetrennt hatte. Am Britzer Damm brannte zudem eine Wohnung in voller Ausdehnung. Daneben hätten zahlreiche Balkone, Müllcontainer und Gebüsche in Flammen gestanden.

Der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte den Dienststellen von Feuerwehr und Polizei am Abend einen Besuch abgestattet. Henkel habe sich für die Arbeit im vergangenen Jahr und besonders für den Einsatz in der Silvesternacht bedankt, sagte der stellvertretende Senatssprecher Bernhard Schodrowski.

BSR kämpft gegen den Müll

Böllerreste, Sektflaschen und bergeweise Partymüll: Die Berliner Stadtreinigung (BSR) ist nach der Silvesternacht seit dem frühen Neujahrsmorgen im Dauereinsatz. Seit 3 Uhr sind rund 600 Mitarbeiter unterwegs, um die Straßen zu säubern, sagte BSR-Sprecher Bernd Müller. Schwerpunkte seien die "publikumsrelevanten Bereiche sowie die Strecke des Berliner Neujahrslaufes". Vor allem am Gendarmenmarkt, am Alexanderplatz, dem Hauptbahnhof und rund um den Bahnhof Zoo mussten die Mitarbeiter anpacken.

Besonders viel Partymüll sei rund um die Silvestermeile am Brandenburger Tor und am Stern angefallen. "Viele Besucher haben es nicht mehr in die Festmeile geschafft und vor den Toren gefeiert", sagte Müller. Wie lange die BSR benötigt, um die Hauptstadt vom Silvestermüll zu befreien, konnte er noch nicht einschätzen.

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