Golfgeflüster

Überzeugungsarbeit auf dem Fairway

Der Deutsche Golf Verband wirbt beim Pokal des Deutschen Bundestages um Unterstützung für den Golfsport

Gabriele Jaeger-Kozka, Annelie Grill, Polly Mack und Monika Joeres (v.l.)

Gabriele Jaeger-Kozka, Annelie Grill, Polly Mack und Monika Joeres (v.l.)

Foto: Petra Götze

Allen Image-Kampagnen und günstigen Spielmöglichkeiten zum Trotz – zum Beispiel auf der Golfrange in Großbeeren – lebt immer noch das Vorurteil, Golf sei nur etwas für reiche und oder sonst wie privilegierte Menschen. Auch beim gemeinsamen Turnier des Deutschen Golf Verbandes mit dem Bundestag trauten sich nur drei Parlamentarier der FDP auf das Fairway im Golfclub Wannsee.

Bekennende Golfer

Kurt Grill, langjähriger Leiter der Sportgruppe Golf im Bundestag, nutzte das von ihm mitorganisierte Turnier, um einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden, der oder die in der Golf-Überzeugungsarbeit erfolgreicher ist. Von 950 Mitgliedern der Sportgemeinschaft Bundestag sind nur 38 bekennende Golfer. Eine Kandidatin wäre Britta Dassler, FDP-Abgeordnete aus Bayern, die extra eine Sitzung vorverlegte und es gerade noch rechtzeitig zum Abschlag schaffte. Den im Büro vergessenen Kleidersack nahm sie gelassen und erschien sportlich zum Dinner.

Sozialdemokrat erfolgreich

Keine Probleme mit dem Bekenntnis zum Golfsport hat Sozialdemokrat Andreas Köhler, bis 2011 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Angesichts des Zustandes seiner SPD meinte er: „Lieber im Rough als im Parteivorstand“ und landete mit seinem Team prompt auf dem ersten Platz. Sein Parteifreund und ehemaliger Senator Klaus Böger landete auf dem zehnten Platz. Gespielt wurde Florida-Scramble, also jeweils der beste Ball von vieren, um den Frustfaktor auf den neu und schwierig gestalteten Grüns in Wannsee möglichst gering zu halten. Den Longest Drive schlug mit 233 Metern Flemming Maas, Präsident der Golfanlage in Wall. Noch weiter, aber außer Konkurrenz schlug den Ball nur Polly Mack, 20 Jahre alte Nationalspielerin aus Stolper Heide.

6000 Euro Spende

Größter Gewinner nach der Runde war Klaus Wolfermann, Speerwurf-Olympiasieger, der sich wie viele Sportler für den Verein Kinderhilfe Organtransplantation engagiert. Er nahm den Erlös der Tombola entgegen, vom Deutschen Golfverband aufgerundet auf 6000 Euro.