Einrichten

Betten, die sich leicht an jedes Wohnszenario anpassen

Schlafmöbel sollen oft viel mehr können als nur geruhsame Nächte bereiten. Kopfteile sind verstellbar, viele Designs stehen zur Wahl.

Ein Bett im Baukasten-System von Möller Design. Durch die Kombination verschiedener Kopfteile, Bettrahmen und Füße lassen sich die Modelle in viele Einrichtungsstile integrieren.

Ein Bett im Baukasten-System von Möller Design. Durch die Kombination verschiedener Kopfteile, Bettrahmen und Füße lassen sich die Modelle in viele Einrichtungsstile integrieren.

Foto: Möller Design

Hamburg.  Der prominente Kunde im Showroom des niederländischen Bettenspezialisten Auping im Stilwerk wusste genau, was er wollte: „Ich brauche ein Bett, das mich an der senilen Bettflucht hindert.“

Der deutschlandweit für seinen skurrilen Humor gefeierte Komiker – sein Name soll hier nicht fallen – hat damit nicht nur seinen Wunsch nach maximalem Schlafkomfort bekräftigen wollen: Er suchte ein Modell, das ihm auch als eine Art Homeoffice dient.

Seine Wahl fiel schließlich auf ein Modell, bei dem sich das Betthaupt per App verstellen ließ, sodass er auch tagsüber in halb liegender Position schreiben kann. Ein gutes Beispiel dafür, dass dieses Möbel mittlerweile mehr Funktionen erfüllen muss als nur gute Nachtruhe zu bieten.

Der Wunsch nach Geborgenheit

Vor allem der Siegeszug des Boxspringbettes hat dazu geführt, dass sich viele Schlafkammern in inspirierende Wohnräume verwandelt haben. So hat die Hamburger Innenarchitektin Renée Charlotte Melms von RCM Interiordesign gerade im Auftrag einer Kundin eine Art Boudoir der Neuzeit gestaltet:

Dunkelrote Samtvorhänge werden mit Gold-, Rot- und Violetttönen an den Wänden und mit Möbeln in Gold- und Bronzetönen kombiniert – das alles auf einem dunkelroten Teppich mit floralen Motiven.

Dieser Raum mit Präferenz für warme Farben und Materialien wie Samt und weiches Leder spiegelt den Wunsch nach Geborgenheit wieder. Branchenexperten sprechen vom „Cocooning“, vom sich einspinnen. Welcher Raum ist dafür besser geeignet als das Schlafzimmer?

Probeschlafen für Kunden möglich

Die Verwandlung beginnt mit dem jeweiligen Bettmodell. Wer sich im Handel umschaut, erkennt: Vor allem Boxspringbetten scheinen den Wunsch nach Geborgenheit in Opulenz am besten zu erfüllen.

Auch für Wilko Schwitters, Inhaber von Bornhold „Die Einrichter“ ist diese Bettform das Nonplusultra: „Warum etwas Perfektes neu erfinden?“ Dieses für die Hotellerie einst entwickelte Schlafsystem basiert darauf, dass meist zwei Federkernmatratzen übereinandergelegt werden. Hoher Schlafkomfort wird dabei durch die elastische Unterfederung über die gesamte Liegefläche garantiert.

Um seinen Kunden eine sichere Kaufentscheidung zu ermöglichen, hat Schwitters ein „Probeschlafen“ eingeführt – in Kooperation mit dem Hotel The Madison Hamburg und dem Matratzenhersteller Schramm Werkstätten.

Auf Basis der im Geschäft oder telefonisch ermittelten individuellen Parameter wie Größe, Statur und Schlafgewohnheiten stellt das Hotel die passende Matratze für die Übernachtung bereit (www.bornhold-hamburg.de).

Einsatz vieler natürlicher Materialien

Einen ähnlichen Service bietet auch Enrico Sommer, Geschäftsführer Hästens Hamburg (Glockengießerwall) an. Die schwedische Firma, bekannt für blau-weiß karierte Betten, wirbt damit, dass nur Naturmaterialien zum Einsatz kommen – vor allem hypoallergenes Rosshaar aus dem Schweif von Pferden.

Damit werde ein Belüftungssystem im Bett integriert, bei dem jedes Haar wie eine Klimaanlage arbeite, heißt es. Atmungsaktive Baumwolle sorge zusätzlich dafür, dass Feuchtigkeit aufgenommen und vom Körper abgeleitet wird.

Ein Grund, weshalb Maik Mechela von Betten Remstedt (Alsterdorfer Straße) dazu rät, bei Matratzenbezügen darauf zu achten, dass sie abnehmbar, teilbar und bei 60 Grad waschbar sind.

„Sie nehmen nämlich den größten Teil der Feuchtigkeit auf, die wir in der Nacht abgeben.“ Leider ein guter Nährboden für Milben, weswegen vor allem Allergiker den Rat beherzigen sollten.

Konfiguration des Modells möglich

Zurück zu ausgefallenen Bett-Varianten. Solche findet man vor allem in der Wäscherei in der City Nord: Hier findet man Modelle in unerwartet bunter Ausführung – wahlweise mit Chesterfield-Kopfteil oder mit individuell verstellbaren Kopfteilen (Beluga). „Etwas, was bei Kunden sehr gut ankommt“, sagt Inhaber Michael Eck.

Bei Hersteller Möller Design hat dies dazu geführt, dass Kunden sich über das Baukasten-System MD13 auch ihr eigenes Wunschmodell zusammenstellen können: Durch die Kombination verschiedener Kopfteile, Bettrahmen und Füße entstehen immer wieder neue und spannende Bettkreationen, die sich nahezu in jeden Einrichtungsstil integrieren.

Wundert es, dass viele Bettenmodelle bereits per App elektronisch verstellbar sind?

Hersteller Auping bietet sogar einen Schlafroboter als Ein- und Durchschlafhilfe an. Das organisch geformte Hightech-Kuscheltier simuliert Atmung und Herzschlag, ahmt das Heben- und Senken des Brustkörpers nach, gibt auf Wunsch beruhigende Laute von sich, fungiert als Musikstation oder liest aus einem Hörbuch vor.