Gartenmöbel

Ein Wohnzimmer für Balkon und Terrasse

Weiße Plastikmöbel sind out. Stattdessen wird es dank moderner Materialien draußen genauso gemütlich wie drinnen. Für Balkon und Garten gibt es spezielle Sofalandschaften, Teppiche und sogar Kronleuchter.

Foto: John Edward Linden / picture alliance / Arcaid

Und mag der Platz noch so gering sein, im Frühjahr und Sommer sind Balkon und Terrasse das Größte. Das Leben in vielen Haushalten verlagert sich bei steigenden Temperaturen nach draußen. Weißer Plastiktisch, schmucklose Stühle und einfache Stoffauflagen sind dabei nicht mehr die gefragte Ausrüstung. Im Gegenteil: Sofalandschaften, Teppiche und sogar Kronleuchter machen das eigene Outdoor-Reich zum zweiten Wohnzimmer und gehören neuerdings in die Kategorie Gartenmöbel. Viele Stoffe sind wetterfest, etwa outdoortaugliches Leder.

Findet man Sofas allzu kompakt, sind filigrane und miteinander kombinierbare Einzelstücke eine gute Idee wie etwa die Sessel, Hocker- und Tische der Lounge-Gruppe „Switch“ der Firma Rausch. Sie können so zusammengesetzt werden, wie es der Platz erlaubt.

Zurück ist auch ein Klassiker aus den 70ern: die Hollywoodschaukel. Allerdings als moderne Ausgabe. In dieser Saison gilt: Egal, ob man sitzt oder liegt – Hauptsache, es schaukelt. Etwa im schwingenden Outdoor-Bett „Osmose“ von Fermob, das sich aus zwei überkreuzenden Kreisen zusammensetzt. Auch Schaukelstühle für draußen machen Terrasse und Balkon heimelig.

Im Frischluft-Salon darf es nämlich mindestens ebenso gemütlich sein wie im Wohnzimmer. Dafür braucht es vor allem die richtige Beleuchtung – nicht nur Windlichter und Kerzen. Ein Kronleuchter für draußen kann in einen überdachten Bereich angebracht werden, etwa der zehnarmige Leuchter „RockCoco“ der Firma Fatboy. Er ist durchsichtig, modern im Design und mit LED-Lämpchen ausgestattet. Vor allem aber ist er, aus dem Material Polykarbonat gefertigt, wetterfest und leicht mit Wasser und warmer Seife zu reinigen.

Alte Materialien neu entdeckt

Wie die Experten der Gartenmesse „spoga+gafa“ in Köln berichten, kommt Teak wieder – im Zuge des Trends zur Nachhaltigkeit auch in der recycelten Variante. Holz wird in diesem Sommer mit Edelstahl kombiniert, um dem massiven Material mehr Eleganz zu verleihen.

Als das Gegenteil von Eleganz gilt gemeinhin Beton. Das Trendmaterial dieses Sommers aber kann – etwa als Einzelstück – durchaus filigran wirken, zum Beispiel als Hocker, Beistelltisch oder bei schlichten Bänken.

Doch nicht nur das Wohnzimmer kann quasi nach draußen verlegt werden, auch Outdoor-Küchen haben die Hersteller entwickelt. So muss man nicht drinnen werkeln, während die Gäste draußen hocken, sondern kann Kochen und Plaudern verbinden.

Die Küchen sind meist modular aufgebaut, um dem verfügbaren Platz angepasst werden zu können, und haben einige Raffinessen für den Sommer zu bieten, vom Kühlen der Getränke bis zur Feuerstelle für das Lagerfeuer. Allerdings: Wenn der Deutsche etwas liebt, dann ist es das Grillen. Outdoor, ohne jeden Indoor-Schnickschnack.

Wilder Farbenmix

Bei den Farben gilt: Je bunter, desto besser. Blau, Rot, Grün und Gelb dürfen wild gemixt werden, auch bei Sofas und Stühlen. Nun will nicht jeder Balkon und Terrasse zu jeder Sommersaison komplett neu und nach dem jeweiligen Trends einrichten. Dann kann man die Möbel recht neutral wählen und Accessoires wie etwa Vasen, Decken, Teppiche oder Kissen immer wieder in neuen Farben oder Mustern austauschen.

Bei den Pflanzgefäßen für die frischen Frühlingsblüher und Sommerblumen allerdings muss es nicht ganz so aussehen wie im Wohnzimmer. Eine originelle Alternative sind ausrangierte Gummistiefel: In die Sohle sollte mit einem Nagel ein Loch gebohrt werden, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann, darauf kommt eine Schicht Kieselsteinchen als Drainageschicht, dann die Erde hineinfüllen und die Blume einpflanzen.

Ein weiterer Hingucker ist der selbstgemachte Balkonteich: In eine große Zinkwanne wird Wasser gefüllt und Wasserpflanzen wie Schilfgras oder eine Seerose hineingesetzt. Abends sorgen ein paar Schwimmkerzen dann für Stimmung.