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Die speziellen Tipps eines Travestiestars

Auch Männer müssen sich heute um ihr Aussehen kümmern. Gut, dass es Experten gibt. Travestiestar Olivia Jones hat sogar Tipps für beiderlei Geschlechter auf Lager. Mit Tina Molin hat sie über falsche Wimpern, Männer-Make-up und ihre OPs geplaudert.

Morgenpost Online: Sie sind fast jeden Abend in Clubs und auf Promi-Partys unterwegs, wie halten Sie sich fit?

Olivia Jones: Ich gehe zweimal die Woche ins Fitnesscenter und Schwimmen. Ich muss ja als Mann und als Frau eine gute Figur machen, da ist es nicht ganz einfach den richtigen Sport zu finden. Ich kann mich schließlich nicht so übertrainieren, dann müsste ich mich ja Olivia Schwarzenegger nennen.

Morgenpost Online: Welche Übungen sind für Sie die wichtigsten?

Jones: Ich muss viele Rückenübungen machen, da ich ständig Pumps trage.

Morgenpost Online: Was haben Stöckelschuhe mit dem Rücken zu tun?

Jones: Weil die Haltung eine anders ist, muss der Rücken besonders gestärkt sein. Po, Beine und Rücken sind permanent angespannt, da man die Balance halten muss, und das geht auf den Rücken.

Morgenpost Online: Das macht aber auch den sexy Gang aus, der den Männern den Kopf verdreht. Dennoch klingt es anstrengend?

Jones: Ist es nicht, man muss nur daran gewöhnt sein. Am besten bringt man es sich langsam bei und fängt nicht gleich mit Zwölf-Zentimeter-Absätzen an. Zu Beginn einfach fünf Zentimeter-Absätze trage, aber bitte keine Pfennigabsätze, sondern breitere, das geht leichter. Man kann aber auch etwas mogeln mit einer leichten Plateausohle, dann wirkt der Fuß zwar höher, steht aber nicht so schräg wie in einem High-Heel.

Morgenpost Online: Als Travestie-Künstler tragen Sie gerne bunte, schrille, sehr kurze Outfits. Welche Methode bevorzugen Sie, um glatte Beine zu erhalten?

Jones: Ich verwende nur Enthaarungscreme. Bloß kein Wachsen, da ist man stundenlang beschäftigt und es tut sauweh.

Morgenpost Online: Sollten sich Männer die Beine rasieren?

Jones: Das finde ich nicht. Es sieht nur gut aus, wenn man sehr durchtrainiert ist und männlich wirkt, sonst kommt es peinlich und schwuchtelig rüber.

Morgenpost Online: Sie sehen stets perfekt geschminkt aus. Verraten Sie uns bitte, wie rote Lippen kussfest werden?

Jones: Ich verwende keinen Lippenstift, sondern male die Lippen lieber gesamt mit Konturstift aus. Danach pudere ich die Lippen mit der Lidschattenfarbe der Augen ab. Das ist übrigens ein Tipp von Sissi Perlinger. Dann glänzen die Lippen nicht so und die Farbe hält unwahrscheinlich lange. Damit kann ich dann sogar schwimmen gehen, trinken, essen und küssen.

Morgenpost Online: Was gilt es bei Makeup unbedingt zu vermeiden?

JONES: Ein glänzendes Gesicht. Das ist ja der Fehler von Tatjana Gsell, dass sie immer so glänzt wie eine Schweineschwarte. Das sieht schnell sehr billig aus, daher sollte man immer Puder bei sich haben.

Morgenpost Online: Auf was sollte man auf keinen Fall verzichten?

Jones: Auf falsche Wimpern, die machen ein sehr feminines Gesicht.

Morgenpost Online: Die sind aber doch schwer anzubringen!

Jones: Das muss man üben. Selbst für mich ist das nach 20 Jahren noch nervig. Am einfachsten ist es, ein paar Wimpern nur außen am Auge anzukleben, das hat auch schon Marilyn Monroe gemacht.

Morgenpost Online: Sollten sich Männer eigentlich schminken?

Jones: Nein, besser nicht. Ich rate nur zu Bräunungscremes, die machen einen frischen Teint. Man muss jedoch beim Auftragen aufpassen, dass man keine Ränder am Hals oder auch an den Händen bekommt. Außerdem können sich Männer die Wimpern färben, das ist besser als Wimperntusche, weil die verrinnen kann.

Morgenpost Online: Was machen Sie nach einer langen Partynacht gegen müden Teint?

Jones: Es gibt eine super Gesichtscreme, die abschwellend wirken. Vor dem Schlafen gehe verwende ich immer Shiseido Men Energizing Gel, das ist super, wenn man durchgefeiert hat. Außerdem nehme ich noch eine Kopfschmerztablette, ansonsten trinke ich immer ein Glas Wasser zwischen dem Alkohol oder vor dem zu Bett gehen einen halben Liter Wasser. Sollte doch mal ein Katerfrühstück nötig sein, dann gibt’s Lachs, viel frisches Obst und einen Spaziergang. Dann bin ich wieder fit.

Morgenpost Online: Sollte viel Wasser und ein Spaziergang für die Schönheit nicht mehr ausreichend sein, würden Sie sich dann unter das Messer legen?

Jones: Ja! Ich habe mir bereits die Fettröllchen am Bauch absaugen lassen und bin damit megazufrieden. 3000 Euro habe ich dafür bezahlt. Aber man muss aufpassen, denn manche machen das wie eine Diät und das geht natürlich nicht. Wenn man nicht seine Ernährung umstellt, nimmt man einfach an anderer Stelle zu und das sieht vollkommen seltsam aus.

Morgenpost Online. Haben Sie noch irgendwo nachgeholfen?

Jones: Ich lasse mir Botox unter die Achselhöhlen spritzen.

Morgenpost Online: Wie bitte, warum denn unter die Achseln? Normalerweise spritzt man Botox doch in die Stirn gegen Falten.

Jones: Damit ich nicht mehr schwitze. Das ist super. Ins Gesicht würde ich mir Botox aber nicht spritzen lassen, die Leute sehen dann zwar faltenfrei aus, aber trotzdem älter. In einer Talkshow habe ich Desirée Nick gesehen und das sieht komisch aus, wenn sich das Gesicht nicht mehr bewegt. Ein Gesicht muss leben.

Morgenpost Online: Noch ein Eingriff, den Sie jetzt beichten möchten?

Jones: Die Augen habe ich mir lasern lassen, aber das gilt nicht, denn es hatte einen medizinischen Grund. Ich habe die Kontaktlinsen nicht mehr vertragen und ich bin mit der Brille nicht klar gekommen; abgesehen davon, dass ich aussah wie Sabine Christiansen.

Die Fragen stellte Tina Molin. Mehr Infos zu Olivia Jones finden Sie auf ihrer Webseite .