Brauerei-Erbin

Daphne Guinness, ihr Name steht für Exzentrik

Egal ob Haute Couture oder dunkle Streifen im weißblonden Haar – die Brauerei-Erbin Daphne Guinness liebt die Extreme.

Foto: picture alliance / abaca / picture alliance / abaca/Graylock

Wenn sie ein Bier wäre, dann ein Stout. „Das ist nämlich nichts für Sissys. Genau wie ich“, sagt Daphne Guinness. Und irgendwie sieht die Brauerei-Erbin auch aus wie das schwarze Gebräu mit der weißen Schaumkrone. Seit sie 14 Jahre alt ist, lässt sich die Britin dunkle Dachsstreifen in das weißblonde Haar färben und türmt es zu einer Art Madame de Pompadour-Frisur. Auch ihre Kleidung ist bevorzugt schwarz-weiß – auf jeden Fall aber Haute Couture.

„Man darf Kleidung nicht einfach nur anziehen, man muss sie bewohnen“, fordert die 42-Jährige. Kleidung müsse Teil von einem selbst sein, sagt sie. Und so hängt auch die Erscheinung der dreifachen Mutter mit der eigenen Lebensgeschichte zusammen. Einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte Daphne in einer spanischen Künstlerkolonie. Hier ist sie in Salvador Dalis Pool mit dessen Hummern geschwommen – daher rührt vielleicht die Faszination für Panzer und Rüstungen. In Paris saß sie mit ihrer Mutter, der französischen Schönheit Suzanne Lizney, in den ersten Reihen der Couture-Schauen und als Teenager zog sie nach New York, war dort gern gesehener Gast Andy Warhols. Mit 19 Jahren kommt das bewegte Leben zum Stillstand. Daphne Guinness heiratet den Reederei-Erben Niarchos. Nach zwölf Jahren Ehe, die sie selbst als „Vogel im Käfig“-Phase bezeichnet, folgt die Scheidung. 20 Millionen Pfund Abfindung soll Daphne bekommen haben. Damit fällt es leicht, Couture zu sammeln.

Zu den auffälligen Kreationen von Chanel, Dior und Alexander McQueen trägt sie stets futuristische Plateau-Schuhe und wirkt somit endgültig wie eine gestrandete Außerirdische. Auf den Mond wollte zumindest Töchterchen Ines ihre schrille Mutter immer dann schicken, wenn sie von der Schule abgeholt wurde. Sie verlangte, dass sie sich im Auto ganz klein macht, damit niemand sie sieht. Viele verurteilen Daphne Guinness als ein Modeopfer – mit zu viel Zeit und zu viel Geld.

Von Designern hingegen wird sie genau deswegen geliebt – und gebraucht. Sie ist eine der wenigen Frauen, die sich Haute Couture überhaupt leisten können. Daphne Guinness schafft es, mit ihrem Namen und ihrer Exzentrik das mondäne Image der Modehäuser zu unterstützen und letztlich trägt sie so dazu bei, dass die hohe Schneiderkunst weiterhin existiert.

Die Ansichten über Daphne Guinness, sie sind genauso extrem wie sie selbst. Schwarz und weiß – wie Stout. Sie dürften ihr also gefallen.