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"The Voice": Vor Sarah Connor haben die anderen "Schiss"

Zum Auftakt von "The Voice of Germany" gab es einige Neuerungen: darunter Neu-Jurymitglied Sarah Connor, die Mark Forster nun fürchtet.

Von Rebecca Baden
The Voice of Germany: das Wichtigste zur neuen Staffel

The Voice of Germany: das Wichtigste zur neuen Staffel

Endlich ist es soweit: Seit Donnerstagabend läuft die Musiksendung “The Voice of Germany” wieder im Fernsehen. In der Jury sitzen dieses Mal zwei neue Gesichter. Die wichtigsten Infos zur Sendung im Überblick.

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Berlin. Es ist keine neue Erkenntnis, aber eine, die zehn Jahre nach der ersten Staffel "The Voice of Germany" noch immer gewürdigt werden sollte: Die Gesangsshow ist eine der wenigen Casting-Shows im deutschen Fernsehen, die mehr mit echtem Talent als mit schrillen Charakteren und Schicksalsschlägen unterhalten kann.

Bereits beim Staffelauftakt am Donnerstagabend präsentierte ProSieben dabei so viele gute Kandidaten und Kandidatinnen, dass sich die Coaches gleich mehrmals dazu hinreißen ließen, einem Talent den Einzug ins Finale vorherzusagen. Wiederholt erwähnten die Coaches aber auch etwas Anderes: Diese Staffel soll neuer und besser werden als alle anderen zuvor.

Offensichtlich neu ist dabei die Hälfte der Jury: Während mit und Mark Forster bekannte Gesichter auf den roten Stühlen Platz nehmen, zieht es mit Sarah Connor und Johannes Oerding zwei neue Coaches in die Sendung. Die drei Sänger und die Sängerin werden in dieser Staffel die Buzzer hüten – und nach den "Blind Auditions" auch jene Kandidaten und Kandidatinnen, die sich in ihre Teams gesellt haben.

"The Voice"-Auftakt: "Man muss es unbedingt wollen"

So pompös wie die Ankündigungen gestaltet sich schließlich auch der Showauftakt: Die Coaches sinnieren über ihre ländliche Kindheit und die großen Bühnen, auf denen sie standen. Ein Kind läuft in einem Einspieler durch ein Feld, Johannes Oerding bringt einen Satz, der offenbar in jeder Casting-Show mindestens einmal erwähnt werden muss: "Man muss es unbedingt wollen."

Dann zeigt die Kamera, was passiert, wenn man viel will, viel Talent hat und eine gute Verbindung zu deutschen Privatfernsehsendern pflegt: In einem Medley singen die vier Coaches auf der "The Voice"-Bühne, rund anderthalb Jahre nach Pandemie-Beginn sitzt sogar wieder ein Publikum davor. Nico Santos trägt ein rotes Paisley-Hemd, Sarah Connor ein glitzerndes aus Denim. Über 10.000 Menschen hätten sich in diesem Jahr beworben, erklärt Mark Forster.

The Voice-Coach Mark Forster: "Ich habe Schiss vor Sarah Connor"

Und tatsächlich ist mit der 63-jährigen Jennifer Williams-Braun aus Bayern direkt die erste Kandidatin eine, die mit Soul und rauchiger Stimme im Gedächtnis bleibt. "I put a spell on you", singt sie die erste Zeile des Nina-Simone-Songs an, die ersten zwei Coaches hauen auf den Buzzer. Bis zum Ende haben sich alle vier für die Kandidatin umgedreht, Forster und Connor sagen ihr sogar einen möglichen Sieg voraus. Am Ende geht Williams-Braun ins "Team Sarah", wie viele andere nach ihr.

Denn Sarah Connor sichert sich direkt zu Beginn nicht nur viele Talente, sondern auch ihre Rolle in der Show. Mit ihrer Bühnenerfahrung, ihrem Stimmumfang und ihrem Charme ist die 41-Jährige ihren männlichen Kollegen in einigen Dingen voraus. Und diese scheinen das zu wissen: "Ich habe Schiss vor Sarah Connor", urteilt Mark Forster. Da kann die Sängerin und vierfache Mutter nur lachen.

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"The Voice 2021" mit einer weiteren Neuerung: Reserve-Coach Elif

Die Show präsentiert weiterhin große Talente, und das über fast drei Stunden lang. Da wäre die 48-jährige Berlinerin Zeynep Avci, die sich als "klassisches Gastarbeiterkind" bezeichnet, den türkischen Song "Yalan" singt und die Jury zu Tränen rührt, ohne dass diese versteht, was da überhaupt gesungen wird. Oder Nico Grund, 28, Pumper, Physiker und Hobby-Hochzeitssänger aus Köln, der mit Oerding spontan dessen Liebeslied singt und seinem späteren Coach danach scherzhaft gesteht: "Ich habe mich ein bisschen in dich verliebt."

"The Voice of Germany" zeigt, dass deutsche Casting-Shows nicht nur mit Popsongs und Balladen unterhalten müssen. Die neue Palette deutscher Gesangs-Diversität zeigt heute: den Freddie-Mercury-Fan mit Pet-Shop-Boys-Gesang und Netz-Oberteil. Den bärtigen Familienvater mit dem schwarzen Hut und dem Seemannslied "Wellerman". Die Berliner Studentin mit dem hauptstadttypischen Vintage-Look und der überraschend sinnlichen R’n’B-Stimme.

Am Ende bleibt letztere übrigens nur in der Show, weil sich die Machenden eine weitere Neuerung überlegt haben: Die Sängerin und Rapperin Elif wird Reserve-Coach. Sie regiert über sie sogenannte Comeback-Stage, kann ausgeschiedene Talente zurückholen und darf am Ende sogar zwei Plätze im Halbfinale besetzen. "Die beste Erfindung", kommentiert Nico Santos. Lesen Sie auch: "The Voice of Germany": Welcher Coach hat am häufigsten gewonnen?

"The Voice" endet mit viel Gefühl und einem Jury-Battle

Wie die Show beginnt, so endet sie an diesem Donnerstagabend auch: mit überragendem Talent auf der Bühne. Die 21-jährige Katarina Mihaljević aus Darmstadt singt mit so viel Gefühl, dass die Jury mit ihr und für sie singt (Santos und Forster), gegen die Konkurrenz stichelt (Forster) und generell mit viel Charme um ihren Einzug ins eigene Team wirbt (ebenfalls Forster). Sarah Connor flüstert noch während des Auftritts ein Kompliment in Richtung von Mihaljević und holt sie am Ende zu sich. "Das Beste, was ich bisher bei ‘The Voice’ überhaupt gehört habe", resümiert sie.

Allgemein dürften sich die Coaches und das Publikum auf viele weitere Gesangstalente freuen. Zumindest, wenn sie Mark Forster vertrauen wollen. Der hatte am Anfang der Folge nämlich angekündigt: "Ich glaube man kann getrost alle Staffeln, die man bisher so im Kopf hat, löschen", so der Sänger. "Staffel 11 wird das Non-Plus-Ultra." Und selbst wenn man die vielen Superlative beiseite lässt, kann man sicherlich sagen: Für die Unterhaltung ist gesorgt.

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