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„Sing meinen Song“: Rapperin Nura zu Tränen gerührt

Überraschend emotional wird es in der dritten Folge vom „Sing meinen Song – das Tauschkonzert“. Im Fokus: die Berliner Rapperin Nura.

Von Johanna Ewald
Johannes Oerding, Gentleman, Joris, Ian Hooper, DJ BoBo, Nura und Stefanie Heinzmann (v.l.n.r.).

Johannes Oerding, Gentleman, Joris, Ian Hooper, DJ BoBo, Nura und Stefanie Heinzmann (v.l.n.r.).

Foto: TVNOW / Markus Hertrich

Wangels. Als erste Rapperin ist Nura bei der achten Staffel von „Sing meinen Song“ dabei. In der dritten Folge steht die 32-Jährige im Fokus: „Sie setzt sich für Menschen ein. Für jeden“, beschreibt sie Stefanie Heinzmann. „Nura hat eine große Klappe, aber das ist gut so. Sie setzt sie für die richtigen Dinge ein“, ergänzt Joris. Nura sei eine richtige Maschine, ist der diesjährige Gastgeber Johannes Oerding überzeugt.

Neben Oerding, Joris und Heinzmann sind 2021 auch Reggae-Musiker Gentleman, DJ Bobo und Mighty Oaks-Sänger Ian Hopper dabei. Jede Folge werden die Songs von einem anderen teilnehmenden Musiker gecovert. Diesmal im Schloss Weissenhaus an der Ostsee und nicht in Südafrika wie sonst – wegen Corona, versteht sich.

DJ Bobo rappt im Glitzerjacket

„Die große Frage ist, wer rappt heut?“, kündigt Heinzmann verheißungsvoll an. Dass die Antwort DJ Bobo heißt, hätten wohl die wenigsten erwartet. „Ich bin bei Nura schon beim dritten Song verzweifelt, weil ich nichts verstanden habe“, gibt der 53-Jährige zu. Seine Tochter hätte ihm einige Worte erklärt, wie zum Beispiel „On Fleek“, der Name des Songs, den er sich ausgesucht hat. „Das hätte ich niemals gedacht“, zeigt sich Nura überrascht. Sie habe gehofft, dass niemand diesen Song wähle, da sie ihn unzählige Male aufgenommen habe. Doch am Ende scheint ihr die Version des DJs zu gefallen. In einem Pailletten-besetzten Jacket performt der Schweizer mit viel Humor auf der Bühne.

Nach sehr typischen Auftritten von Johannes Oerding, Joris und Gentleman, sorgt Stefanie Heinzmann für den emotionalen Höhepunkt des Abends. Die 32-Jährige hat den Song ausgewählt, der Nura an ihren verstorbenen Freund Sam erinnert. Gemeinsam mit ihm nahm sie „Babe“ auf, in dem Musikvideo küssen sich die beiden. Wenige Tage später starb der Songwriter.

„Ich hoffe, du verstehst, wie ich es meine“, wiederholt Heinzmann immer wieder. Aus dem sehr gefühlvollen Song hat sie eine kraftvolle Ermutigung gemacht. „Ich glaube, ich werde ihn in Zukunft genauso auf der Bühne spielen“, kündigt Nura an. Denn sie wolle nicht jedes Mal dabei weinen, sondern hoffnungsvoll nach vorne schauen.

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Mighty Oaks-Sänger rührt zu Tränen

Noch einmal zu Tränen rührt Ian Hopper die Rapperin mit „Auf der Suche“. Darin verarbeitet die damalige Teenagerin ihr Abhauen von Zuhause. Mit 16 zog sie in ein Jugendwohnheim. „Das kam mir vor wie Luxus. Ich bekam Taschengeld, hatte ein eigenes Zimmer“, erzählt die Berliner Rapperin. Als sie zwei Jahre alt war, floh ihre Mutter mit Nuras Geschwistern von Kuwait über die Türkei nach Deutschland. Seitdem mussten sich die Kinder ein Zimmer teilen. „Heute tut es mir leid, dass ich damals so unverschämt war. Ich wollte eben alles haben, was die anderen Kinder in der Schule hatten“, gesteht sie.

Mit kratziger und gefühlvoller Stimme bringt Ian Hopper die Emotionen an diesem Abend auf den Punkt. „Bei mir ging es die ganze Zeit nur um dieses Lied“, so der Sänger. „Wegen Heulen kriegt man mehr Gage“, kommentiert Nura ihre wiederkommenden Tränen.

Autobiografie, Solokarriere, Politik

Bis 2018 war Nura Teil des Berliner Hip-Hop-Duos SXTN, seit der Trennung ist sie Solokünstlerin. Bereits Ende des Jahres gewann sie einen Radio-Award als beste Künstlerin, 2019 schaffte es ihr Album „Habibi“ auf Platz 14 der Charts. Ein Jahr später veröffentlichte sie ihre Autobiografie „Weißt du, was ich meine? Vom Asylheim in die Charts“.

Die Rapperin setzt sich gegen Homophobie, Rassismus und Diskriminierung ein, für Gleichberechtigung in der Rapszene und macht auf die Situation von Geflüchteten aufmerksam.