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Wie Markus Lanz CDU-Chef Laschet in den Schraubstock nahm

CDU-Chef Armin Laschet erträgt die Kanzlerin, nicht aber die Sticheleien von Markus Söder – ein denkwürdiger Auftritt Markus Lanz.

Markus Lanz: Der ZDF-Moderator im Porträt

Markus Lanz: Der ZDF-Moderator im Porträt

Seine Talkshow ist ein Dauerbrenner im ZDF: Wir zeigen im Video die beruflichen Stationen von Markus Lanz, seine Leidenschaft und seine kaum bekannte Ehefrau Angela Gessmann.

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Berlin. „Lass uns doch über die Sache reden“, fleht Armin Laschet. „Nein“, antwortet Markus Lanz. Er hat seinen Gast jetzt da, wo er ihn haben will: im Schraubstock. Ob der CDU-Chef beschädigt sei, nachdem die Kanzlerin ihn kritisiert habe. „Ich empfinde es nicht so. Herr Lanz, ich sage es noch einmal. Ich habe mich nicht gefreut.“ Laschet will in diesem Augenblick an diesem Abend nur eines: eine anderes Thema. Bitte!

Es war eine muntere Talk-Show, wie so oft bei Lanz. Der CDU-Chef und nordrhein-westfälische Ministerpräsident ist zwar nicht der einzige Gast. Aber die anderen begreifen schnell, welche Rolle ihnen zugedacht ist. Auch sie streuen Salz in die Wunden.

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„Markus Lanz“ – Das waren die Gäste:

  • Armin Laschet, CDU-Chef und Ministerpräsident von NRW
  • Helene Bubrowski, "FAZ"-Redakteurin
  • Boris Palmer, Tübinger Oberbürgermeister (Bündnis 90/Die Grünen)
  • Dr. Carola Holzner, Notfallmedizinerin an einem Essener Klinikum

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Auf die Kanzlerin ist Laschet nur ein bisschen sauer

Die FAZ-Journalistin Helene Bubrowski über den Machtkampf in der Union: „Es wird jetzt schmutzig.“ Der Tübinger Bürgermeister Boris Palmer über die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten: „Die fehlende Solidarität hat mich schockiert.“ Die Essener Intensivmedizinerin Carola Holzner: „Wir wollen ein Gesamtkonzept.“

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Laschet versucht es mit Verharmlosung: Er habe ein „so gutes Verhältnis“ zur Kanzlerin, da könne es mal „einen unterschiedlichen Akzent in einem kleinen Detail geben“. Er sei sich sicher, Merkel habe mit ihrer Kritik an seiner Corona-Politik „keinen Schaden auslösen“ wollen. „Warum hat Sie es gemacht?“, fragt Lanz, „Lass uns doch über die Sache reden“...

„Glauben Sie, ich antworte auf jede dieser Sticheleien?

Macht Lanz. Jetzt redet er über den CSU-Chef Markus Söder, der den Dissens zwischen dem CDU-Chef und der CDU-Kanzlerin kritisiert hat. „Auch nicht zufällig?“, stichelt Lanz. „Das ist wahr“, sagt Laschet leise. „Ich finde es völlig unangemessen, irgendwelche Spielchen oder Sticheleien zu machen.“ Und: „Glauben Sie, ich antworte auf jede dieser Sticheleien und Treffer?“

Tut er es dann, zumindest indirekt. Laschet ruft dazu auf, die Corona-Politik der Bundesländer an ihren jeweiligen Ergebnissen zu messen. „Da ist NRW nicht bei den schlechtesten Ländern, um es mal ganz vorsichtig zu formulieren.“ Das geht gegen Söder.

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Die CDU will Söders Stil nicht, „da bin ich todsicher“

Er würde nie einem anderen Ministerpräsidenten Ratschläge geben, was er zu tun habe. Einen Punkt machen, in dem man einen Kollegen kritisiere? „Mein Stil ist es nicht.“ Später in der ZDF-Talk-Show beteuert Laschet noch einmal, er werde sich an Sticheleien nicht beteiligen. „Die CDU will nicht diese Sticheleien, da bin ich todsicher.“ In der Pandemie sei es nicht angemessen. Alle 16 Ministerpräsidenten wollten nicht, dass dass das Krisenmanagement zu einer parteipolitische Frage werde.

Alle 16? Wirklich alle 16? Söder vielleicht schon, sein Rivale um die Kanzlerkandidatur der Union. „Was muss passieren, damit Sie verzichten?“, will Lanz wissen. Laschet lächelt gequält: „Ah, Herr Lanz.“

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