ProSieben

Joko Winterscheidt: „Leute vorführen – das ist vorbei“

Der Moderator im Interview: Joko Winterscheidt hofft auf ein Ende des Zynismus im Fernsehen. Am Dienstag startet seine neue Quiz-Show.

Helene Fischer belasten die Corona-Beschränkungen sehr

Helene Fischer gab kürzlich nach langer Zeit ihr TV-Comeback. Nun verriet die Sängerin, dass die Corona-Beschränkungen sie selbst sehr belasten. Doch sie denkt vor allem an die Erkrankten und Pflegekräfte, die unermüdlich im Einsatz sind.

Beschreibung anzeigen

Berlin.  „Sind Joko und Klaas ein Paar?“ Diese Frage schlägt Google vor, wenn man nach den Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf sucht. Sind sie natürlich nicht, aber sie werden meist in einem Atemzug genannt wie sonst nur Siegfried und Roy oder Dolce und Gabbana.

Doch inzwischen emanzipieren sie sich voneinander: Klaas hat seine Late-Night, Jokos eigenes Quiz „Wer stiehlt mir die Show?“ startet am 5. Januar um 20.15 Uhr auf ProSieben.

Der Titel ist wörtlich zu nehmen: Schlagen sie sich gut, haben Mitstreiter wie Thomas Gottschalk, Palina Rojinski, Elyas M’Barek sowie ein Nicht-Promi die Chance, dem 41-Jährigen die Moderation wegzuschnappen.

Lesen Sie auch: Elyas M´Barek: „Ich lasse das Leben auf mich zukommen.“

Herr Winterscheidt, konnten Sie der Coronakrise bisher auch etwas Positives abgewinnen?

Joko Winterscheidt: Gestern sagte Klaas zu mir: „Ich bin superfett geworden und du bist supersportlich geworden.“ Ich mache aber nichts. Ich habe Kollegen, die haben angefangen, vor Fitnessvideos zu turnen. Da dachte ich: Ah, so könnte man sich also auch bekriseln. Am Anfang habe ich versucht, Italienisch zu lernen. Aber ich habe alles schon wieder vergessen. Ich wünschte, ich hätte die Monate etwas sinnvoller genutzt. Aber das kann ich ja noch machen, denn ich habe das Gefühl, die Krise wird noch ein wenig dauern.

Gibt es mehr Zusammenhalt?

Winterscheidt: Ich würde mir das sehr wünschen, habe aber eher das Gefühl, dass das in eine ganz gefährliche andere Richtung geht und man Teile der Gesellschaft nicht mehr erreicht. Gegeneinander die Welt zu retten, hat noch nie funktioniert. Wir müssen doch alle gemeinsam mit gesundem Menschenverstand dieser Pandemie entgegentreten und füreinander da sein. Wenn man dann mitbekommt, dass da ganz viele sind, die auf gut Deutsch „einfach drauf scheißen“, dann werde ich richtig wütend wegen so viel Egoismus.

Vielleicht werden Sie bei „Wer stiehlt mir die Show?“ auch abgelöst.

Winterscheidt: Als ich erstmals im Studio stand, habe ich gedacht: Jetzt habe ich drei Jahre drauf gewartet, wieder eine eigene Show zu haben, und jetzt frage ich: Wer stiehlt sie mir? Wenn ich Pech habe, moderiere ich die exakt einmal.

Aber volle Gage bekommen Sie dann trotzdem?

Winterscheidt: Das ist eine sehr direkte Frage. Haben wir uns nicht drüber unterhalten. Aber vielleicht werde ich die Show ja gar nicht hergeben müssen. Falls doch, würde ich erstmal abrechnen, mein Aufwand wäre ja nicht weniger. Ich glaube sogar, die Show zurückzuerobern ist mehr Arbeit, schließlich muss ich mich ja dann gegen alle durchsetzen.

Ist das Ganze auch eine Talentshow?

Winterscheidt: Ganz klar, die Show ist etwas, wo hoffentlich viele Leute zuschauen, und klar kann da im Falle eines Sieges der Wildcard-Gewinnerin etwas daraus entstehen. Ich habe den Kandidateninnen im Vorgespräch klargemacht: Das ist kein Quatsch, wer gewinnt, muss moderieren. Das ist der Deal.

Was müssen Newcomer wissen?

Winterscheidt: Ich glaube, gutes Fernsehen ist das, woran man selber Freude hat. Die Zeiten, in denen Menschen vorgeführt wurden, sind schon lange vorbei. Warum sich über andere lustig machen und nicht über sich selbst?

Was hat Thomas Gottschalk Ihnen voraus?

Winterscheidt: Seine wahnsinnige Intelligenz. Wenn Palina, Elyas, die Wildcard-Gewinner*in und meine Wenigkeit unser Wissen zusammenschmeißen, kommen wir nicht annähernd an Thomas Gottschalk heran. Er ist so unfassbar schnell im Kopf. Unglaublicher Typ!

Warum haben Sie wieder beim ZDF-„Traumschiff“ mitgemacht? Sie hatten doch zuvor gesagt, Kreuzfahrtschiffe seien Dreckschleudern.

Winterscheidt: Da bleibe ich auch dabei. Ich war am Traumschiff. Und absichtlich nicht auf dem Traumschiff.

Sie unterstützen eine Reihe, die Lust macht auf Kreuzfahrten.

Winterscheidt: Es ist reine Fiktion. Ich empfinde es als einen großen Spaß, in einer Drei-Minuten-Rolle ein kleiner Teil einer fiktiven Fernsehwelt zu sein, mit der ich großgeworden bin. Ich glaube, mein Engagement für eine bessere Klimapolitik macht schon klar, dass ich eine eindeutige Haltung habe. Ich traue den Menschen zu, dass sie Fiktion und Realität trennen können. Nach wie vor ist meine Haltung die, dass Kreuzfahrtschiffe komplett aus der Zeit gefallen sind.

Mehr über Joko Winterscheidt: