Fernsehen

Jenke von Wilmsdorff legt sich für ProSieben unters Messer

In „Jenke – das Schönheits-Experiment“ will sich Fernsehreporter Jenke von Wilmsdorff (55) kosmetisch um 20 Jahre verjüngen lassen.

Von Oliver Stöwing
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Berlin.  Diese angekündigte Begegnung in „Jenke – Das Schönheits-Experiment“ (Montag um 20.15 Uhr bei ProSieben ) stellt man sich kontrastreich vor. Auf der einen Seite: Beauty-Influencer. Meist blutjung, halten sie Kosmetikprodukte bei Instagram in die Kamera und führen vor, dass ihr Leben ein einziger weichgefilterter Werbeclip ist. (Für die Älteren: Ja, das ist ein Job.)

Auf der anderen Seite: Jenke von Wilmsdorff , 55 Jahre alt, ein Gesicht, in das die Erfahrung so manche Kerbe geschlagen hat, ein stattlicher Mann, dem man zumindest auf den ersten Blick Fremdenlegion und Bohrinsel vor Alaska abnehmen könnte.

Jenke von Wilmsdorff will vorgeblich den Schönheitswahn hinterfragen

Für „Das Jenke-Experiment“ (RTL) lebte er im Gefängnis, im Hospiz und als Obdachloser auf der Straße. Er wurde für vier Wochen zum Alkoholiker, ernährte sich zwei Wochen nur von Fleisch oder fünf Wochen gar nicht und schwitzte vor der Kamera alle erdenklichen Drogen aus. Nur falls jemand wissen möchte, woher die Furchen kommen.

Jetzt will „Graf Selbstversuch“ dem Schönheitswahn unserer Gesellschaft auf den Zahn fühlen. Bekommen die Influencer nun etwas von ihm auf die Finger, weil sie aus unserer Verunsicherung, optisch nicht zu genügen, Kapital schlagen? „Nein, aber ich diskutiere mit ihnen und frage sie, ob sie wissen, welche Verantwortung sie haben und was sie da bewirken“, erzählt der Bonner am Telefon.

„Jenke – Das Schönheits-Experiment“: Keine Distanz zum Sujet

Auch bei ihm greifen tradierte Berufsbezeichnungen nicht. Journalist? Reporter? Distanz zum Sujet ist nicht der Ansatz des ausgebildeten Schauspielers . Von Wilmsdorff stürzt sich lieber in Erlebnisse. „Mir geht es in meinen Experimenten immer auch um die eigene Erkenntnis, die ist natürlich subjektiv. Es wäre leicht gewesen, Opfer von Schönheits-OPs zu befragen oder Menschen auf dem Weg zu ihrem Wunschaussehen zu begleiten.“

Das haben andere gemacht, der Bonner Fernsehjournalist dagegen ging folgendermaßen vor: In 100 Tagen wollte er sich für die Sendung selbst 20 Jahre verjüngen lassen. „Dazu gehörten wochenlange Behandlungen bei einer Kosmetikmeisterin mit allem, was die Beauty-Industrie hergibt.“ Einiges klingt nach Hexensabbat: Schneckenschleim und Vogelkotpulver etwa. All diese Maßnahmen waren jedoch ausschließlich der linken Gesichtshälfte vorbehalten.

Das geteilte Gesicht – links Kosmetik, rechts Schönheitschirurgie

Die rechte Gesichtshälfte, die bei ihm, so bescheinigten es ihm Experten, altersmäßig einen großen Vorsprung hat, blieb für schönheitschirurgische Behandlungen reserviert. „Das ist natürlich schon verlockend: Eine Ärztin für plastische Chirurgie versprach mir, mich mit wenigen Eingriffen schlagartig um bis zu 15 Jahre jünger aussehen zu lassen. Die Eingriffe wären dementsprechend massiv, dafür mit einem beeindruckenden Ergebnis.“ Lesen Sie dazu: Schönheitsmediziner: „Ich mache keine Nasen mehr“

Sein Anliegen: „Ich will den Schönheitswahn unserer Gesellschaft hinterfragen, dem in den letzten Jahren massiv auch Männer ausgesetzt sind. Es begann mit gezupften Augenbrauen, jetzt liegen auch Männer auf dem OP-Tisch.“ Einen Grund dafür sieht er darin, dass durch Instagram & Co der Vergleichsradius wesentlich größer geworden ist.

Ewige Jugend – „ein uralter Menschheitstraum“

„Der Kampf gegen das Altern ist allerdings ein uralter Menschheitstraum“, sagt von Wilmsdorff. „Dahinter steckte schon immer der Wunsch, sich den Gesetzen der Natur zu widersetzen und dem Tod aus dem Weg zu gehen.“ Doch letztendlich könne man den Kampf nicht gewinnen.

Noch nicht. Von Wilmsdorff hatte immer ein entspanntes Verhältnis zu seinem Aussehen. „Ich habe extrem gelebt, war viel in der Sonne, habe geraucht. Ich habe das Gesicht, das ich verdiene.“ Zur Pflege nahm er hochwertige Cremes – jetzt nicht mehr. „Ich habe herausgefunden, dass sie meist nicht das bringen, was sie versprechen.“

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Und wenn nun Werbekunden von ProSieben auf die Barrikaden gehen? Von Wilmsdorff versichert, dass seine Erkenntnisse von der Kosmetikindustrie unbeeinflusst blieben. „Sonst hätte ich es nicht gemacht.“

Seine Glaubwürdigkeit sieht er auch nicht durch seine Rückenpflaster-Werbung in Gefahr – immerhin empfiehlt er dort eine Ware, weil es einen Scheck dafür gab. „Niemand sieht die ganzen Werbungen, die ich abgelehnt habe“, sagt er. „Ich stehe hinter diesem Produkt und nehme es seit vielen Jahren.“

Woher kommt nun seine abenteuerliche Natur? Der Angehörige eines preußischen Adelsgeschlechts glaubt, dass in ihm das wilde Blut seiner Ahnen pocht: „Es waren immer schon Menschen, die Grenzen erstmal hinterfragten.“