50 Jahre Tatort

Tatort: Das neue Bremen-Team wird satirisch eingeführt

Kleine Pioniertat zum 50-Jährigen der Krimireihe: Erstmals stellen sich neue Ermittler selber vor – in der Miniserie „How to Tatort“.

Die Neuen: Luise Wolfram, Jasna Fritzi Bauer und Dar Sa­lim(v.l.).

Die Neuen: Luise Wolfram, Jasna Fritzi Bauer und Dar Sa­lim(v.l.).

Foto: ARD/RB / Radio Bremen

50 Jahre „Tatort“. Das ist auch der Deutschen Post eine Sonderbriefmarke wert. Und Walt Disney hat ein ganzes „Lustiges Taschenbuch“ mit Mickey Mouse und Donald Duck auf „Tatort“ getrimmt. Nur die ARD selbst scheint nicht richtig feiern zu wollen. Zum Jubiläum gibt es zwar einen Zweiteiler (Folge 1146 und 1147), aber darüber hinaus keine weiteren Events. Und das ist nicht nur Corona geschuldet.

Zum 40. gab es noch mehr Jubelei, wurde eigens eine „Tatort“-Chronik mit Fakten und Zahlen vorgelegt. Aber damals hat auch noch Gunther Witte, der Vater der Krimireihe, gelebt. Selbst mit dem Zählen, wie viele Filmleichen sich etwa in 50 Jahren angehäuft haben, hat man irgendwann aufgehört.

Junges Gemüse und alte Hasen

Ein besonderes Schmankerl bietet das Erste gleichwohl. Zumindest in der Mediathek. Dort nämlich steht die kleine Serie „How to Tatort“ abrufbereit, sechs Folgen zu je zehn Minuten, in der das neue Bremen-Team vorgestellt wird: Jasna Fritzi Bauer, Luise Wolfram und Dar Salim, die als Trio Sabine Postel und Oliver Mommsen ablösen und im Frühsommer 2021 ihren ersten Einsatz haben. Sie sind damit Pioniere: die ersten „Tatort“-Darsteller, die vorab eingeführt werden. Das Ganze aber nicht bierernst, sondern hochironisch: als sogenannte Mockumentary, als Doku-Parodie also.

Die Drei kommen erst mal in die Redaktion des Senders. Der überspannte Regisseur will aber gar nicht viel mit ihnen zu tun haben. Stattdessen schickt er lauter alte „Tatort“-Hasen vorbei, die das Trio anleiten sollen. Ob Anna Schudt aus Dortmund, Wolfram Koch aus Frankfurt oder Meret Becker aus der Hauptstadt: Alle geben hier augenzwinkernde Parodien. Und Ratschläge, bei denen man lieber Reißaus nehmen will. Die Neuen ahnen schnell: Sie haben hier einen echt harten Job übernommen.

Ein augenzwinkerndes Format

Sie machen sich aber auch über sich selbst lustig: Luise Wolfram geriert sich als eitel und wähnt sich als Star des Teams, dem Dänen Salim, bekannt aus „Game of Thrones“, ist alles fremd, er zieht sich darauf zurück, dass er gar kein Deutsch kann.

Und Jungstar Jasna Fritzi Bauer zeigt sich rotzig-frech und gibt offen zu, dass sie keine Ahnung vom „Tatort“ hat. Und lieber „Game of Thrones“ guckt. Aber nicht wegen Salim. Ein augenzwinkerndes Format, mit dem man vor allem jüngere Zuschauer ansprechen will.

„How to Tatort“: sechs Zehnminüter: One, 17.12., 21.15 Uhr und bereits jetzt in der ARD-Mediathek.