ZDF-Sendung

Tanja Wedhorn: „50 zu werden – das bringt mich zum Lachen“

Schauspielerin Tanja Wedhorn wollte eigentlich Grundschullehrerin werden. In ihrer neuen ZDF-Sendung darf sie nun eine verkörpern.

Tanja Wedhorn über "Fritzie - Der Himmel muss warten"

Erfüllte Ehe, glimpflich pubertierender Sohn, zufrieden im Job als Lehrerin - doch dann der Schock: Diagnose Brustkrebs. Fritzie Kühne (Tanja Wedhorn) wird mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert und hinterfragt ihr bisheriges Leben. Alle Folgen ab 24. September in der ZDF-Mediathek.

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Berlin. Für Tanja Wedhorn geht es ans Eingemachte. Denn in ihrer neuen ZDF-Serie „Fritzie – Der Himmel muss warten“ (ab 1. Oktober) sieht die 48-Jährige dem Tod ins Auge. Selbst hat sie schon eine gesunde Lebenseinstellung gefunden – nicht zu zuletzt weil sie von „den schönsten Männern der Welt“ umgeben ist.

In Ihrer neuen Serie spielen Sie eine Lehrerin mit Brustkrebsdiagnose, die Ihr Leben umkrempelt. Hatte diese Rolle auch Einfluss auf Ihre eigene Lebenseinstellung?

Tanja Wedhorn: Nicht unbedingt. Ich habe auch vor Fritzie schon versucht, mich auf die Dinge zu konzentrieren, die wirklich wichtig sind, nämlich meine Familie. Ich möchte im Moment sein und den genießen. Ich will dankbar sein und wenn ich mich über etwas ärgere, dann sage ich mir, dass das keine Bedeutung hat. Das schaffe ich zwar nicht jede Sekunde, Alltag ist schließlich Alltag, aber ….

Wären Sie eine begabte Lehrerin? Sie hatten vor der Schauspielschule fürs Lehramt studiert.

Wedhorn: Ja, ich wollte tatsächlich Grundschullehrerin werden. Ich habe meine Grundschulzeit als wahnsinnig schön empfunden, und deshalb hätte ich mir das gut vorstellen können. Ich weiß nicht, ob ich das gut gemacht hätte, ich hätte mir bestimmt ganz viel Mühe gegeben.

Ihre Figur in der Serie hat es dagegen mit Teenagern zu tun, die auch Schwierigkeiten machen. Wie würden Sie mit denen klarkommen – nach den Erfahrungen mit Ihren jungen Co-Darstellern?

Wedhorn: Ich bin mir nicht so sicher, ob diese exemplarisch für ihre Generation stehen. Sie haben mit 18, 19 ja schon einen Beruf gefunden, den sie lieben, und nicht alle in ihrem Alter haben das geschafft. Aber ich war von ihnen begeistert. Sie waren alle sehr professionell, unglaublich zugewandt und sehr offen. Ich hatte mit ihnen einen tollen Austausch. Ich war positiv überrascht, habe viel mitgekriegt von ihnen.

Fühlen Sie sich so alt, wie Sie Ihrem Pass nach sind?

Wedhorn:Ich werde im Dezember 49, aber in meinem Kopf bin ich vielleicht wie 30, wenn überhaupt. Auch körperlich. Die Vorstellung nächstes Jahr 50 zu werden, bringt mich zum Lachen. Das hat so gar nichts mit mir zu tun. Ich bin ein bisschen ratlos, was diese Zahl von mir will.

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Es gibt ja eine sehr prägnante Szene, wo sich Ihre Figur vor einer Schülerin halbnackt auszieht und diese auffordert, über ihren eigenen Körper anders zu denken.

Wedhorn:Ich finde die Szene goldrichtig, weil sie einen Kern von dem trifft, was viele Menschen, Männer wie Frauen, umtreibt: Sind Äußerlichkeiten so wichtig? Werde ich mit fünf Kilo weniger mehr geliebt? Meine Figur bewegt das auch. Sie sagt der Schülerin: „Es gibt wichtigere Dinge als diese Äußerlichkeiten, versau dir dein Leben nicht.“

Sie selbst hatten mit einem falschen Körperbewusstsein zu kämpfen, hungerten sich auf 42 Kilo herunter. Können Sie das im Nachhinein verstehen?

Wedhorn: Das ist nicht zu verstehen. Magersucht ist kein Entschluss, den man von heute auf morgen trifft. Aber dieses Thema liegt mir auch 35 Jahre später noch sehr am Herzen. Deshalb fand ich auch diese Szene so großartig. Das ist eine Sucht, in die man hineingerät und aus der man nur schwer wieder herausfindet. Man muss zum Essen wieder einen normalen Weg finden. Das ist verflixt schwer.

Wie sehr sind Sie mit sich selbst im Reinen?

Wedhorn:Ich bin das nicht immer, sicher nicht. Ist auch schwierig. Aber ich versuche die Dinge leicht und mit einem zwinkernden Auge zu nehmen. Ich will mich in nichts hineinsteigern und mich statt dessen aufs Wesentliche konzentrieren.

Teilen Sie diese Erkenntnisse mit Ihren Kindern? Ihr älterer Sohn kommt jetzt ja ins Teenageralter.

Wedhorn:Ich nehme die nicht zur Seite und halte denen philosophische Vorträge, aber sie kriegen über die Erziehung und darüber, wie wir dieses oder jenes betrachten und mit ihnen umgehen, hoffentlich intuitiv viel mit. Ob sie das mögen, ist dann deren Entscheidung.

Und wer sind die schönsten Menschen für Sie?

Wedhorn:Mein Mann und die beiden Söhne. Die drei sind auf jeden Fall die schönsten Männer. Definitiv.

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