Bühnenlegende

Fips Asmussen: Komiker-Legende mit 82 Jahren gestorben

Der Komiker Fips Asmussen ist tot. Der Alleinunterhalter starb im Alter von 82 Jahren und lebte zuletzt in Querfurt in Sachsen-Anhalt.

Der Komiker Fips Asmussen ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

Der Komiker Fips Asmussen ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

Foto: Hermann Pentermann / dpa

Querfurt. Die deutsche Bühnenlegende Fips Asmussen ist tot. Er sei bereits am Sonntag gestorben, sagte seine Lebensgefährtin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Er selbst nannte sich gern einen Possenreißer mit Grütze im Kopf. Den Ruhestand kannte Asmussen nicht. Bis ins hohe Alter war der Alleinunterhalter unermüdlich auf Tour. „Solange ich gesund bin, arbeite ich“, war sein Credo. Deutsche Komiker wie Jan Böhmermann und Oliver Kalkove drückten auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ihr Beileid aus.

Witze waren Asmussens Leidenschaft

Asmussen fühlte sich da wohl, wo er das Publikum mit seinen Witzen in Taktung von wenigen Sekunden zum Lachen bringen konnte. „Ab heute wird gelacht“, „Jetzt geht’s rund“, „Frei nach Schnauze“ - die Titel seiner Alben waren Programm.So redselig, wie er sich auf der Bühne präsentierte, war er über sein Privatleben nicht.

Fips Asmussen, der eigentlich Rainer Pries hieß, wurde am 30. April 1938 in Hamburg geboren. Sein ausgeprägter nordischer Dialekt gehörte neben seiner lockigen Frisur zu seinen Markenzeichen. Zunächst arbeitete Asmussen in der Werbebranche. Ende der 60er Jahre legte er sich in Hamburg die Kabarett-Kneipe „Violette Zwiebel“ zu, in der er Wirt war und das Publikum unterhielt. Das war der Beginn einer großen Karriere.

Asmussen sah sich selbst als „Vater der Stand-up-Comedy“

Asmussen, der sich selber als „Vater der Stand-up-Comedy“ sah, unterhielt sein Publikum in seinen Shows mit einem Dauerfeuer von Gags. Sein Anspruch? „Es gibt Kollegen, die lachen selbst am lautesten über ihre eigenen Witze, das mache ich nicht. Und ich erzähle nicht vom Elefanten und der Maus“, wie er einmal sagte.

Er nahm gern einmal menschliche Schwächen aufs Korn. Manche Witze klangen dann wie Lebensweisheiten: „Man kann verstehen, wenn die Kannibalen sagen: „Wir haben die Menschen so satt.“So mancher Gag kam rasch zur Pointe: „Leitungswasser macht impotent, das hab’ ich in der Zeitung gelesen. Männer, was schließen wir daraus? Das Spülen den Frauen überlassen.“

Asmussen war trotz derbem Humor beliebt

Nicht jeder fand jede Pointe komisch. So mancher Scherz ging auf Kosten von Schwulen, so mancher auf Kosten von Frauen. Viele im Publikum haben dann dennoch gelacht. Asmussen war Zeit seiner Karriere beliebt – davon zeugen ausverkaufte Auftritte, Bücher und allein 7,5 Millionen verkaufte Tonträger. In den 70ern und 80ern bekam er drei Goldene Schallplatten und eine Platin-Schallplatte. Zusammen mit Stars wie Roy Black und Heino trat Asmussen zur gleichen Zeit in deutschen Clubs und in den USA auf und war häufig im Fernsehshows zu sehen.

Später war das nichts mehr für ihn. „Ich hab’ so viel Fernsehe n gemacht“, sagte er einmal und bekannte freimütig: „Ein TV-Auftritt ist heute so schlecht bezahlt, dass ich dafür gar nicht erst losfahre. Lieber mach’ ich eine gute Veranstaltung vor meinen Fans.“

(dpa/afp/jas)