Sommer-Kino

„Grüner wird’s nicht“ wirkt wie ein Roadmovie aus der Luft

Sommer-Kino im Ersten: In der TV-Komödie „Grüner wird’s nicht“ steht Elmar Wepper als fliegender Gärtner am Rande einer Pleite.

Die ARD-Komödie „Grüner wird’s nicht“ läuft am Montagabend im Ersten.

Die ARD-Komödie „Grüner wird’s nicht“ läuft am Montagabend im Ersten.

Foto: ARD Degeto / ARD Degeto/Majestic Film

München. Für Gärtner Schorsch Kemptner (Elmar Wepper) wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Seine Firma steht vor dem Aus, seine Ehe ebenso. Weil das Geld für den Rasen einer noblen Golfanlage nicht reinkommt, kann Schorsch seine Rechnungen nicht begleichen. Auf dem Flugplatz steht er ebenfalls in der Kreide. Sein liebstes Hobby, mit einer klapprigen Propellermaschine über das bayerische Voralpenpanorama schweben, scheint bedroht. Da macht der Gärtner sich auf.

Er will etwas Schönes erleben: Nordlichter gucken am Nordkap. „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ läuft am Montag um 20.15 Uhr in der Reihe „Sommer-Kino“ im Ersten.

Kurzfristig steht eine Bruchlandung auf einem Acker an, weil der Tank leer ist. Über einen Umweg gerät Kemptner an Familie von Zeydlitz, die in einem schicken Anwesen residiert, Gartenzwerge als Dekoaccessoire inklusive. Nur Tochter Philomena (Emma Bading) passt nicht ins gut betuchte Elternhaus: In einem Bärenkostüm stellt sie – ähnlich wie im Filmklassiker „Harold & Maude“ – Suizidfotos mit Schlinge um den Hals. Beim Abendessen rebelliert sie gegen den vegetarischen Ehrgeiz der Stiefmutter.

„Schorsch – das ist doch kein Name, sondern ein Geräusch“, sagt Philomena bei ihrer ersten Begegnung. Und zwischen dem Teenager mit der kecken Kurzhaarfrisur und dem grummelnden Gärtner entsteht eine Freundschaft. Er bringt ihr Baggern, Blumenpflege und ein bisschen Fliegen bei. Sie findet bei ihm, was sie lange gesucht hat: „Ich glaube, du bist der erste Mensch seit meiner Mutter, der mich getröstet hat.“ Und auch er blüht auf. Die beiden harmonieren in jeglicher Hinsicht: die Schauspieler genauso wie ihre Rollen.

„Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ lebt vor allem von Luftaufnahmen

Philomena führt Kemptner auf eine Reise, bei der er neben einigen Frauen vor allem sich selbst kennenlernt. Und postkartentaugliche Alltagsweisheiten à la „Angst haben ist okay. Man darf nur nicht davor weglaufen“. Am Ende aber ist es Hannah (Dagmar Manzel), die einst einen Flugplatz in der brandenburgischen Pampa kaufte und dort heute ein eher schlecht besuchtes Café betreibt, die Kemptner die Augen öffnet. Der Gärtner fliegt wieder zu seiner Frau. Doch keine Sorge: So happy wie es klingt, wird das Ende gar nicht.

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Was ein bisschen an den Bestseller „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ erinnert, beruht tatsächlich auf einem Buch: Der Schauspieler und Kabarettist Jockel Tschiersch hat „Grüner wird’s nicht...“ 2015 auf dem Markt gebracht.

Tschiersch taucht in der Adaption auch selbst auf. Insbesondere lebt der Film aber von den Luftaufnahmen, die Regisseur Florian Gallenberger zwischen die einzelnen Episoden streut. Immer wenn Kemptner mit seinem roten Doppeldecker unterwegs ist, wirkt es wie ein Roadmovie aus der Luft.

• Montag, 13. Juli, 20.15 Uhr, Das Erste: „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“