TV-Show

MoTrip-Songs lassen bei „Sing meinen Song“ Tränen fließen

In der vierten „Sendung steht Rapper MoTrip im Fokus. Das sorgt für die wohl tränenreichste Folge, die es je beim Tauschkonzert gab.

Die Nummern von Rapper MoTrip sorgen für Tränen bei der „Sing meinen Song“-Runde.

Die Nummern von Rapper MoTrip sorgen für Tränen bei der „Sing meinen Song“-Runde.

Foto: TVNOW / Markus Hertrich

Berlin. Zu Tränen gerührt zeigt sich Rapper MoTrip am Dienstagabend bei der vierten Folge „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“. Von seinen Kollegen möchte er Mo genannt werden, nur bei offiziellen Anlässen oder Konzerten nenne man ihn MoTrip, erklärt er den sechs Musikerinnen und Musikern, die gleich seine Songs neu interpretieren werden. „Wenn ihr mich MoTrip nennt, müsst ihr mich auch siezen“, sagt er.

Mit „So wie du bist“ eröffnet Max Giesinger den Abend. Mit dem Song hat er sich den größten Hit des Rappers ausgesucht. „Ich hatte das Gefühl, mich immer anpassen zu müssen, ich hatte die dunkleren Haare, den härteren Slang. Aber meine Verlobte hat mich genommen wie ich bin“, erklärt MoTrip seine Zeilen. Giesinger wirkt recht nervös, als er die Bühne betritt. „So viel Text hab‘ ich in zehn Liedern, wie Mo in einer Strophe hat“, liefert er einem nächsten potenziellen Jan-Böhmermann-Verriss Futter.

Lesen Sie hier nach, .

Als der 31-Jährige zu singen beginnt, erinnert der Song stark an die Giesinger-Schmonzette „80 Millionen“. Immerhin gibt es ein Gitarrensolo. Außerdem macht sich Giesinger erstaunlich gut im melodischen Rappen. „Max entwickelt sich zum Stadionrocker“, ist Jan Plewkas Urteil.

Tränen bei MoTrip: Nico Santos singt „Mama“ beim Tauschkonzert

MoTrips Song „Mama“ hat Nico Santos kurzerhand in „Papa“ umbenannt. Sein Vater habe jeden Tag für ihn Kalimba gespielt, als er mit seiner Mutter nach seiner Geburt in Lebensgefahr schwebte. Die Kalimba von damals hat er sogar nach Südafrika mitgebracht und baut sie in seine gefühlvolle Version ein. Nico Santos ist einfach ein musikalisches Talent, ausgestattet mit viel Feingefühl in Gesang und Komposition. Das rührt auch Rapper Mo zu Tränen und veranlasst ihn zu einer sehr brüderlichen Umarmung.

Auch interessant: „Sing meinen Song“: Lea bringt Sänger Nico Santos zum Weinen

„Ich glaube, wir beide haben eine ähnliche Sucht, nämlich Tagebuchschreiben“, erklärt Jan Plewka die Wahl des Songs „Tagebuch“. „Er gibt dir Euros und auch Gold, doch hält den Dolch an deine Kehle. Denn für das Gold verlangt der Teufel deine Seele“ heißt es darin. Plewka erzählt, er sei dem Satan schon oft begegnet, und er habe bereits beim ersten Hören des Songs einen „teuflischen, satanistischen Blues“ gehört. Den bringt er auch auf die Bühne. So kraftvoll hat man Plewka in Südafrika noch nicht gesehen. Er bringt die Zeilen so authentisch rüber, dass es selbst MoTrip ein wenig ängstigt.

MoTrip wurde von Kool Savas auf Youtube entdeckt

MoTrip, bürgerlich Mohamed El Moussaoui, wurde im Libanon geboren. Als er eineinhalb Jahre alt war, sei seine Familie mit ihm vor dem Bürgerkrieg geflohen. „Zwei Onkel lebten bereits in Deutschland, in Aachen“, erzählt der 32-Jährige. Über einen Schleichweg habe einer der beiden die Familie zu Fuß nach Deutschland gebracht.

Durch seinen großen Bruder, den Rapper Elmo, habe er mit dem Rappen begonnen. Die Prinzen, Die Ärzte und Die Fantastischen Vier waren da seine Lieblingsbands, später dann Kool Savas, der ihn auch entdeckt hat. „Ich war der größte Kool-Savas-Fan überhaupt“, so MoTrip. Er habe drei Songs mit einer Videokamera aufgenommen und auf Youtube veröffentlicht. „Mein Handy klingelte, Kool Savas’ Neffe rief an: „Wir wollen, dass du nach Berlin kommst und Musik mit uns machst“. Das sei der Beginn seiner Karriere gewesen.

Ilse DeLange steuert Country-Version bei

Mit einer Country-Version von „Zuhause ist wir“ sorgt Ilse DeLange wohl für die größte Überraschung des Abends. „Es kann nicht mehr Country sein als „Home is where the heart is“ und darum geht doch der Song“, erklärt die Holländerin ihre Wahl. Mit ihren zurückgesteckten Haaren, der weißen Bluse und der Gitarre hat die 43-Jährige auf einmal etwas sehr Mädchenhaftes auf der Bühne und liefert eine zauberhafte englische Country-Version.

Lea ist überzeugt, das ist der nächste Welthit. Der „Song des Abends“ ist DeLanges Version für MoTrip allemal.

Michael Patrick Kellys Interpretation sorgt für Tränen bei Mitstreitern

Als MoTrip die ersten Takte von Michael Patrick Kellys Version von „Embryo“ hört, laufen ihm Tränen über das Gesicht. Er habe den Song nur zwei Mal gespielt, beide Male mit Orchester. In der Nummer geht es um ein Kind, das nie zur Welt gekommen ist. Obwohl Kelly rappt, wirkt seine Version, die mit einer aufgenommenen Kinderstimme beginnt, gar nicht albern. Im Gegenteil: Die Stimme und ihre Worte sind herzzerreißend. „Ich war schon da, doch euer Plan drehte sich um euch. Ihr habt es irgendwann erfahren, aber euch nicht gefreut“, heißt es in dem Lied.

„Da habe ich nie im Leben mitgerechnet, das den hier jemand auspackt. Ich hab‘ den aufgenommen und weggepackt“, erklärt MoTrip. Max Giesinger, Nico Santos und er haben Tränen in den Augen. Alle sitzen gemeinsam auf dem Sofa, halten sich im Arm, keiner weiß so recht, was er sagen soll. Lesen Sie auch: „Sing meinen Song“: MoTrip rührt Max Giesinger zu Tränen

Da schafft es Sängerin Lea ziemlich souverän, die beklemmende Stimmung einzufangen und mit ihrer Version von „Feder im Wind“ die Musiker aus ihrem emotionalen Tief zu holen. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet der Rapper für die wohl tränenreichste und emotionalste Folge von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ sorgt.

„Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ – mehr zum Thema:

„Sing meinen Song“: Diese Stars bittet Vox 2020 ans Mikro

„Sing meinen Song“: Ilse DeLange weint, der Rest umarmt

„Sing meinen Song“: Kelly-Songs bringen Rührung und Tränen