ARD-Reihe

Der neue Zürich-Krimi ist ein Thriller der Spitzenklasse

Im Zürich-Krimi „Borchert und der Tote im See“ kommen die Ermittler der albanischen Mafia auf die Spur – und das erneut sehenswert.

Wer ist der Tote? Hauptmann Furrer (Pierre Kiwitt) findet im neuen Zürich-Krimi „Borchert und der Tote im See“ eine Leiche.

Wer ist der Tote? Hauptmann Furrer (Pierre Kiwitt) findet im neuen Zürich-Krimi „Borchert und der Tote im See“ eine Leiche.

Foto: Handout / ARD Degeto/Florian Froschmayer

Essen. „Vertrauen herstellen ist ein Prozess – viel schwerer, als Vertrauen zu zerstören, das geht ganz schnell.“ Reto Zanger (Robert Hunger-Bühler) weiß das aus eigener Erfahrung. Nach seiner fragwürdigen Rolle rund um die Geiselnahme im Züricher Landgericht (in „Borchert und die tödliche Falle“) ist das Verhältnis zu seiner Tochter Dominique Kuster (Ina Paule Klink) noch immer stark belastet.

Im neuen Zürich-Krimi „Borchert und der Tote im See“, der sich in der Regie Florian Froschmayers (auch Buch) und dank der exzellenten Kameraführung Jörg Widmers wieder als Thriller der Spitzenklasse präsentiert, spricht aus seinen Worten freilich kein Bedauern oder gar Selbstmitleid.

Die emotionslose Bestandsaufnahme ist an Thomas Borchert (Christian Kohlund) gerichtet. Ein Telefonanruf und seine unabsehbaren Folgen haben den „Anwalt ohne Lizenz“ mit den eigenen Fehlern und Versäumnissen der Vergangenheit konfrontiert.

Anwalt Thomas Borchert holen die Verfehlungen früherer Tage ein

Vor Jahren, nach dem Tod ihrer Eltern, hat er seiner Patentochter Jenny (Lea Freund) versprochen, jederzeit für sie da zu sein. Doch dieses Versprechen hat er nie gehalten; er hat aus durchaus egoistischen Gründen Kontakt weitgehend vermieden, hat lediglich, gleichsam aus der Ferne, ihre Ausbildung finanziert.

Und nun soll er die junge Frau, die er kaum noch kennt und die jedes Vertrauen in ihren Patenonkel längst verloren hat, am Flughafen abholen. Dort beginnen die Probleme, allerdings nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich.

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Das Patenkind hat ein halbes Kilo Haschisch im Gepäck

Denn zunächst muss er Jenny bei der Zollfahndung losboxen. Jemand hat der angehenden Kinderärztin, die ein Praxissemester bei einer humanitären Stiftung des albanischen Geschäftsmannes Gentian Gjeluci (Peter Davor) absolviert, ein halbes Kilo Haschisch ins Gepäck geschmuggelt.

Während Dominique Jennys Verteidigung übernimmt, wächst in Borchert der Verdacht, hinter dem Vorfall könne mehr stecken als nur ein simpler missglückter Drogenschmuggel. Denn Jenny ist heimlich mit Gjelucis einzigem Sohn Dorian (Nicola Perot) liiert. Als der Stiftungschef, dem Polizei wie Steuerfahndung eine blütenreine Weste bescheinigen, von den Vorwürfen gegen Jenny erfährt, lässt er diese umgehend rauswerfen und untersagt seinem Sohn jeglichen Kontakt.

Der Wohltäter der Stadt wird vom Motorboot überfahren

Ohnehin hat er andere Pläne. Er möchte Dorian mit der Nichte seines albanischen, ebenfalls in die Schweiz ausgewanderten Geschäftsfreundes Nikolin Kola (Özgür Karadeniz) verheiraten. Dann wird Gjeluci beim Schwimmen im Zürichsee vom Lenker eines Motorboots überfahren. Alle Spuren deuten auf Jenny als Täterin hin, Hauptmann Furrer (Pierre Kiwitt) muss sie festnehmen.

Doch Borchert ist sicher, dass der angesehene Wohltäter der Stadt und Kola, der seit langem im Fokus der Ermittler steht, in dubiose Geschäfte verwickelt waren. Mit Hilfe seines wie immer bestens vernetzten Freundes Zanger und unterstützt von Dorian kommt er den Machenschaften der albanischen Mafia in der Schweiz auf die Spur – und dem gefürchteten Paten gefährlich die Quere.

  • „Der Zürich-Krimi: Borchert und der Tote im See“, Donnerstag, 7. Mai, 20.30 Uhr, ARD