Royals-Doku

„Ärger im Buckingham Palace“: ZDF beleuchtet Windsor-Krise

Die Dokumentation „Ärger im Buckingham Palace“ beleuchtet den Streit bei den Royals. Im Mittelpunkt: Prinz Harry und seine Frau Meghan.

Von Karina Krawczyk
Sohn von Harry und Meghan feiert Geburtstag

Sohn von Harry und Meghan feiert Geburtstag

Seit der Geburt des kleinen Archie ist viel passiert: Die Royals haben sich zurückgezogen und leben nun in Kalifornien.

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Berlin. Meghan hat Schuld. Das behauptet zumindest die britische Boulevardpresse. Natürlich schreien die balkendicken Schlagzeilen so einen Vorwurf nicht direkt heraus. Und auch ihre Verfasser mühen sich vor einer Kamera um mehr britische Höflichkeit: In Abwandlung der englischen Redewendung „too little, too late“, wollte Meghan einfach „zu viel, zu schnell“: zu viel Freiheit, Selbstbestimmung, Privatsphäre.

Das wiederum wurde von Traditionalisten sehr schnell als tödlicher Fauxpas verstanden – viel schlimmer noch als das eigenständige Zuschlagen einer Autotür durch die frisch gebackene Prinzessin.

William und Kate sind stocksauer, die Queen ist zutiefst enttäuscht

Nun hat das britische Königshaus den Salat: Nicht nur, dass den Royals nun – Brexit-bedingt – noch mehr diplomatische Aufgaben abverlangt werden als die bisherigen 3500 Auftritte pro Jahr. Mit Prinz Harry, der mit seiner unkonventionellen, selbstbewussten Frau und Baby Archie Anfang des Jahres endgültig gen Amerika zog, verliert die Familie auch ein echtes Zugpferd für die Monarchie.

Bruder William und seine Frau Kate sind stocksauer. Die Queen zutiefst enttäuscht. Und alle sowieso sehr traurig. Ja, 2019 war ein echt schlimmes Jahr für das britische Königshaus.

„Ärger im Buckingham Palace“: ZDF-Doku schildert Genese der Windsor-Krise

Neuen Klatsch bringt die Dokumentation „Ärger im Buckingham Palace – Die Queen und die liebe Familie“, die ZDFinfo heute um 20.15 Uhr noch einmal zeigt, allerdings nicht. Der Film von Ulrike Grunewald wurde schon Anfang des Jahres produziert. Aber er fasst erstaunlich sachlich, nüchtern die Ereignisse zusammen, die zur aktuellen, vielleicht größten Windsor-Krise führten.

Mehr noch als der Medienkrieg scheinen kulturelle Missverständnisse die Auseinandersetzung innerhalb der Familie befeuert zu haben: Kalifornien gegen Windsor. Pop-Glamour gegen Glaubwürdigkeit und Pflichtbewusstsein. Moderne Unternehmensführung gegen die Auffassung, das Bestehende unbedingt bewahren zu müssen.

Ein Kulturkampf zwischen der neuen und der alten Welt – Ende ungewiss

Wie der Kulturkampf zwischen der neuen und der alten Welt am Ende ausgeht, wagen auch die befragten Königshaus-„Experten“ – Journalisten, Royal-Biographen, Historiker – nicht vorauszusagen.

Unterlegt sind deren kurze Statements ausschließlich mit offiziellen Bildern von öffentlichen Auftritten der königlichen Familie aus den vergangenen drei Jahren. Die aber sind auch schon sehr modern, Hollywood-like inszeniert. Und wirken allesamt so traumhaft wie Meghans Brautkleid mit der fünf Meter langen, aufwendig bestickten Schleppe, die sie hinter sich herzieht, während sie allein die breite Freitreppe der St. George’s Chapel im Schloss Windsor hinaufschreitet.

Harry und Meghan boykottieren britische Boulevard-Presse
Harry und Meghan boykottieren britische Boulevard-Presse

Ständig fahren elegante Menschen sonnenbeschienen in Kutschen durch die Stadt

Immer scheint die Sonne, wo die royale Familie auch geht und steht. Ständig fahren fröhliche, elegant gekleidete Menschen in kleinen Gruppen in einer Kutsche durch die Stadt. Oder sie stehen auf Partys dicht zusammen, schütteln sich die Hände, umarmen sich … Wie lange ist das gerade mal her? Zehn, zwölf Monate? Und doch wirkt es – nicht nur auf Non-Royalisten – vollkommen surreal, um nicht zu sagen: viel zu schön, um wahr zu sein.

  • „Ärger im Buckingham Palace – Die Queen und die liebe Familie“, Mi., 6. Mai, 20.15 Uhr, ZDFinfo