ARD-Krimi

Am „Tatort“ Frankfurt: Letzter Auftritt für Hannelore Elsner

„Die Guten und die Bösen“ ist ein nachdenklicher „Tatort“. Hannelore Elsner ist noch einmal als Ermittlerin Elsa Bronski zu sehen.

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Berlin. Ein knappes Jahr nach ihrem Tod am 21. April 2019 ist Schauspielerin Hannelore Elsner jetzt in einer ihrer letzten Rollen zu sehen: Im Frankfurter „Tatort“ („Die Guten und die Bösen“, 19. April, 20.15 Uhr) spielt Elsner noch einmal Ermittlerin Elsa Bronski.

In dem Krimi, den der Hessische Rundfunk Elsner gewidmet hat, ermitteln die Kommissare Janneke (Margarita Broich) und Brix (Wolfram Koch) unter erschwerten Bedingungen zu einem Fall, der auch ihr eigenes Wertesystem auf die Probe stellt. Es geht geradezu philosophisch um Schuld und Sühne.

„Tatort“ aus Frankfurt – Atmosphäre von Chaos und Verfall

Die Atmosphäre von Chaos und Verfall im Film-Polizeipräsidium wird zum Symbol für die innere Verwirrung der Ermittler. Während eines durchzechten Abends im Polizeipräsidium sinnt das Duo noch darüber nach, was seine Werte als Polizisten sind. Nicht von ungefähr: Zur Verbesserung des Arbeitsklimas wurde Brix und Janneke ein Fortbildungsseminar aufgezwungen.

Auf die Wertefrage ist den beiden im Seminar allerdings nicht viel eingefallen, im Gegensatz zu Brix’ Vermieterin Fanny: „Ihr seid die Guten – und ihr jagt die Bösen.“ Aber ist das immer so einfach? Am nächsten Tag werden die schwer verkaterten Kommissare zu einem Toten in einer verlassenen Waldhütte gerufen.

Im „Tatort“ muss ein alter Fall aufgerollt werden

Den Täter müssen sie gar nicht erst suchen – er präsentiert sich mit seinem Geständnis gleich selbst. Und es handelt sich um einen Kollegen (Peter Lohmeyer). „Müssen wir den jetzt eigentlich siezen?“ überlegt Janneke. Die Frage spiegelt die Ratlosigkeit der beiden Polizisten wider, denn bei diesem Fall gibt es das Menschliche und das Dienstliche.

Wie geht man damit um, wenn ein Kollege zum mutmaßlichen Täter wird und konsequent jede Brücke für mildernde Umstände ausschlägt? Denn auch er hat ein Wertesystem, unterscheidet zwischen Gut und Böse und fordert konsequent die volle Strafe. „Der ist kooperativ bis über die Schmerzgrenze“, sagt Brix. In dem Krimi muss auch ein alter Fall noch einmal aufgerollt worden.

„Die Guten und die Bösen“: Elsa Bronski sucht späte Gerechtigkeit

Bei der Suche nach den alten Akten mit den ungeklärten Fällen stößt Kriminalassistent Jonas (Isaak Dentler) auf die von Elsner gespielte pensionierte Ermittlerin Elsa Bronski. Sie kann die Opfer nicht zwischen den Aktendeckeln zurücklassen und hat sich in einem eher an eine verlassene Tiefgarage erinnernden Raum mit den Ordnern zurückgezogen.

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Auch ihr geht es um späte Gerechtigkeit: „Einmal Bulle, immer Bulle.“ Es gebe schließlich immer einen Fall, der einen nicht mehr loslässt. Wo die Grenze zwischen Gut und Böse verläuft, das ist die immer wieder gestellte Frage in dem von Petra K. Wagner inszeniertem „Tatort“, zu dem David Ungureit das Drehbuch schrieb.

Dieser „Tatort“ hat mehr Fragen als Antworten

Er lebt von diesen nachdenklichen Dialogen, dem Wechsel zwischen langen Kamerafahrten durch endlose, verlassene Flure. Das Ganze ist untermalt von elektronischen Beats zu fast kammerspielartigen Szenen, die vor allem immer wieder von den in endlose Fernen gleitenden Blicken Lohmeyers als Polizist Ansgar Matzerath geprägt sind.

Die einzige gemeinsame Szene Lohmeyers und Elsners ist ein Schlüsselmoment dieses irgendwie introvertierten „Tatorts“. „Die Guten und die Bösen“ hat mehr Fragen als Antworten und lässt die leisen Töne überwiegen. (küp/dpa)

Sonntag, 19. April, 20.15 Uhr, ARD: „Tatort: Die Guten und die Bösen“